Romantischer Dieb klaut 180 Rosen vom Grab und schenkt sie zwei Freundinnen

Łódz - In Polen nahm die Polizei einen jungen Grabräuber (20) fest. Was vielleicht romantisch gemeint war, könnte für ihn möglicherweise noch ziemlich bitter enden.

Ein Polizeibeamter aus Poddębice (li.) und der festgenommene Blumendieb.
Ein Polizeibeamter aus Poddębice (li.) und der festgenommene Blumendieb.  © Policja Łódzka

Wie die Polizei Łódz mitteilte, verhafteten Beamte aus Poddębice den 20-Jährigen am Dienstag.

Einen Tag zuvor, also am Montag, hatte der Mann eine ziemlich waghalsige Idee umgesetzt: Auf einem städtischen Friedhof klaute er fast 180 Rosen von einem Grab. Die Blumen schenkte er anschließend zwei Freundinnen.

Doch offenbar wurde er dabei von Zeugen beobachtet, weshalb die Polizisten ihm einen Besuch abstatteten. Die geraubten Schnittblumen nahmen sie bei der Gelegenheit übrigens wieder mit.

Das Ganze könnte für den Blümchenstibitzer noch ein Nachspiel haben. Denn das Plündern von Gräbern oder einer anderen Ruhestätte eines Verstorbenen gilt in Polen als Verbrechen - auch, wenn es nur eine kleine Kerze ist.

Geahndet wird das mit einer Freiheitsstrafe von bis zu acht Jahren. Der Blumendieb muss sich demnächst vor Gericht verantworten.

In diesem Zusammenhang appellierten die Beamten noch einmal an alle Friedhofsbesucher, die Finger von Grabschmuck oder -beigaben zu lassen. Wer verdächtige Personen bemerkt, solle nicht zögern, die Polizei zu benachrichtigen.

Rechtslage in Deutschland

Auch in Deutschland gilt Grabschändung als Störung der Totenruhe und ist damit eine Straftat. Allerdings wird kontrovers diskutiert, ob das Entwenden von Blumen oder Blumenschmuck darunterfällt. 

Immerhin stellt jeder unerlaubte Eingriff in den Zustand eines Grabes - oder einer historischen Grabanlage - zumindest nach dem jeweiligen Ortsrecht (es gilt die Friedhofsordnung!) in den meisten Fällen eine Ordnungswidrigkeit dar. Werden Gegenstände vom Grab entfernt, erfüllt das allerdings wiederum den Strafbestand des Diebstahls.

Je nach Vergehen droht eine Freiheitsstrafe oder Geldstrafe.

Titelfoto: Policja Łódzka, 123rf.com/Sergei Gorshkov

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