100-Meter-Yacht: Behörden beschlagnahmen Mega-Schiff von russischem Oligarchen

Fiji - Offenbar dachte ein bekannter russischer Oligarch und Putin-Freund, dass seine 100 Meter lange Yacht auf den Fiji-Inseln gut versteckt sei, doch weit gefehlt. Die "Amadea" wurde von lokalen Behörden, auf Geheiß der Amerikaner, beschlagnahmt.

Die "Amadea" war auf den Fiji-Inseln versteckt. Der Eigentümer, ein russischer Oligarch, dachte, dort wäre seine 100-Meter-Yacht sicher.
Die "Amadea" war auf den Fiji-Inseln versteckt. Der Eigentümer, ein russischer Oligarch, dachte, dort wäre seine 100-Meter-Yacht sicher.  © US Department of Justice

Der bekannte Oligarch Sultan Kerimow (56) ist momentan wirklich nicht zu beneiden.

Innerhalb eines Jahres hat er laut Forbes den Großteil seines Vermögens verloren, seine Villen in Italien und Frankreich wurden ihm schon längst abgenommen - jetzt auch noch das: Seine 100-Meter-Luxusyacht ist auch futsch, beschlagnahmt von Behörden der Fiji-Inseln.

Wie das US-Justizministerium in einer Mitteilung erklärte, gelang der Coup in enger Abstimmung mit der Regierung des kleinen Inselstaates.

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Die "Amadea" soll mindestens 300 Millionen Euro wert sein.

Amerikaner mit Knallhart-Ansage: "Es gibt keine Verstecke für Vermögenswerte von Kriminellen, die das russische Regime unterstützen"

Lokale Behörden kommen an Bord der Mega-Yacht und beschlagnahmen das Schiff.
Lokale Behörden kommen an Bord der Mega-Yacht und beschlagnahmen das Schiff.  © US Department of Justice

Denn seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine wollen die Amerikaner hart durchgreifen.

"Es gibt kein Versteck für Vermögenswerte von Personen, die gegen US-Recht verstoßen, und es gibt keine Verstecke für Vermögenswerte von Kriminellen, die das russische Regime unterstützen", so ein hochrangiger Berater der US-Regierung.

Dazu hat das US-Justizministerium eine Spezialeinheit aufgestellt: "KleptoCapture" soll Putins Freunde weltweit jagen und deren Vermögenswerte festsetzen.

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Der Chef der Taskforce macht klar, dass die Reichweite der US-Justiz auch bis ins 12.800 Kilometer entfernte Fiji reicht.

Die "Amadea" hat reichlich Platz. Viele Menschen würden es begrüßen, wenn ukrainische Flüchtlinge dort unterkommen könnten.
Die "Amadea" hat reichlich Platz. Viele Menschen würden es begrüßen, wenn ukrainische Flüchtlinge dort unterkommen könnten.  © US Department of Justice

Kerimow war kein Unbekannter, er gilt als enger Putin-Freund

Sultan Kerimow (56) hat seit Beginn der Ukraine-Invasion viel verloren. Die USA werfen ihm Geldwäsche und "bösartige Aktivitäten" vor.
Sultan Kerimow (56) hat seit Beginn der Ukraine-Invasion viel verloren. Die USA werfen ihm Geldwäsche und "bösartige Aktivitäten" vor.  © DPA

Dass es nun Kerimow erwischt, war zu erwarten.

Bereits seit 2018 führen die Amerikaner den engen Putin-Verbündeten auf ihrer Sanktionsliste. Dem Self-Made-Milliardär aus dem Kaukasus werden diverse Wirtschaftsverbrechen vorgeworfen: Korruption, Geldwäsche und "bösartige Aktivitäten", wie es aus dem US-Justizministerium hieß.

Der Oligarch wurde reich mit Öl und ist offenbar auch im Bankensektor tätig.

2017 wurde er in Frankreich wegen Geldwäsche angeklagt. Zudem gilt der Geschäftsmann aus der russischen Teilrepublik Dagestan als großer Sportfan. Bis 2016 war er Besitzer des ehemaligen Fußball-Spitzenklubs "Anzhi Makhachkala".

Wo sich Kerimow derzeit aufhält, ist unklar.

Titelfoto: US Department of Justice

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