Priester leugnet Corona und fordert Unglaubliches

Moskau - In Russland hat ein ehemaliger Priester seine Anhänger zum Selbstmord aufgefordert. Er wurde festgenommen.

Im Ural galt Romanov (65) als Führer einer Sekte, die unter anderem den letzten Zaren verehrte. (Symbolbild)
Im Ural galt Romanov (65) als Führer einer Sekte, die unter anderem den letzten Zaren verehrte. (Symbolbild)  © 123rf.com/bisonov

Der im Ural als Pater Sergei Romanov (65) bekannte frühere Geistliche wurde in ganz Russland berühmt, nachdem er beharrlich die Existenz des Coronavirus geleugnet hatte und die Gläubigen aufrief, sich Kirchenführern sowie staatlichen Behörden nicht zu fügen.

Der 65-Jährige wurde daraufhin im Mai erst suspendiert und im Oktober aus der orthodoxen Kirche ausgeschlossen.

Doch allein dabei blieb es nicht!

Wie das russische Nachrichtenportal Ura News berichtet, wurde Romanov in der Nacht zu Dienstag von einer Spezialeinheit der Polizei aus Moskau in einem Nonnenkloster in der Region Swerdlowsk verhaftet. Er hatte sich dort mehrere Monate versteckt.

Das Stift wurde anschließend mehrere Stunden lang durchsucht. Einige Nonnen seien in einem kritischen geistigen Zustand gewesen.

Zeugen behaupteten, dass die Polizisten bei der Durchsuchung Fensterscheiben zerbrochen hätten.

Am Morgen nach der Festnahme versammelten sich Dutzende Anhänger in der Nähe des Klosters. Die Polizei musste den Zugang blockieren.

Romanov galt als Führer einer Sekte

Der frühere Geistliche behauptete immer wieder, dass das Coronavirus nicht existiere. (Symbolbild)
Der frühere Geistliche behauptete immer wieder, dass das Coronavirus nicht existiere. (Symbolbild)  © 123rf.com/Kateryna Kon

Die Beamten nahmen Romanov zur Vernehmung mit nach Moskau. Ihm wird vorgeworfen, Anfang Dezember im Internet eine Predigt veröffentlicht zu haben, in der er seine Anhänger zum Selbstmord aufrief.

Während der Rede hatten sich einige Menschen um ihn herum versammelt, darunter Minderjährige. Romanov fragte sie, ob sie bereit seien zu sterben, "damit Russland und seine jüngeren Kinder leben können".

Nach Meinung des Sprechers für Kinderrechte im Gebiet Swerdlowsk, Igor Morokov, habe Romanov damit auch gegen das Kinderschutzgesetz verstoßen.

Darüberhinaus nannte Romanov den russischen Präsidenten, Wladimir Putin (68), einen "Verräter des Heimatlandes", der der satanischen "Weltregierung" dient, und prangerte mehrere hohe Geistliche als "Ketzer" und "Feinde Gottes und der heiligen Mutter Gottes" an, die vor Gericht gestellt werden müssen.

Weitere Einzelheiten von Romanovs Verhaftung wurden bislang von der Staatsanwaltschaft nicht bekannt gegeben. Er weigere sich, die Fragen der Ermittler zu beantworten, da er noch nicht mit seinem Anwalt sprechen durfte. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren wegen des Aufrufs zum Selbstmord eingeleitet.

Als Nikolai Romanov geboren, galt der konservative Geistliche im Ural als Führer und Ideologe einer Sekte, die den letzten Zaren verehrte und seinen Tod als Opfer analog zur Kreuzigung Christi anerkannte.

Titelfoto: 123rf.com/bisonov

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