Weil sie einem Reporter Drogen untergeschoben haben: Polizisten müssen hinter Gitter

Moskau - Weil sie einem bekannten Investigativjournalisten Drogen untergeschoben haben, müssen fünf ehemalige russische Polizisten für viele Jahre ins Straflager.

Denis Konowalow (r), ehemaliger Polizist in Russland, sitzt vor einer Vernehmung in einer Zelle. Gleich fünf Polizisten müssen für viele Jahre ins Straflager, weil sie dem Reporter Iwan Golunow Drogen untergeschoben haben.
Denis Konowalow (r), ehemaliger Polizist in Russland, sitzt vor einer Vernehmung in einer Zelle. Gleich fünf Polizisten müssen für viele Jahre ins Straflager, weil sie dem Reporter Iwan Golunow Drogen untergeschoben haben.  © Dmitry Serebryakov/AP/dp

Ein Gericht in Moskau verurteilte die Männer am Freitag zu zwölf, acht und fünf Jahren Haft sowie zu insgesamt fünf Millionen Rubel (rund 56.000 Euro) Entschädigung.

Der Fall des auf den Kampf gegen Korruption spezialisierten Korrespondenten Iwan Golunow hatte vor zwei Jahren weltweit Schlagzeilen gemacht. Der Druck der Öffentlichkeit wegen der gefälschten Beweise wurde letztlich so groß, dass Präsident Wladimir Putin mehrere Beamte entließ.

Golunow arbeitet für die kremlkritische Webseite Meduza und wurde im Juni 2019 unter dem Vorwurf festgenommen, er handle mit Drogen. Die Polizei veröffentlichte Fotos, die angeblich Rauschgift in Golunows Wohnung zeigten.

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Sie musste aber später einräumen, dass die Bilder aus einem anderen Fall stammten. Außerdem wurden Golunow bei der Festnahme Drogen in seinen Rucksack gesteckt.

Viele glaubten damals, dass es sich bei der erfundenen Anschuldigung um einen Racheakt für Berichte Golunows über die Moskauer Stadtverwaltung und die von Kriminellen durchsetzte Beerdigungsbranche der Hauptstadt handelt.

Als Reaktion auf Golunows Festnahme gab es energische Proteste in Russland. Auch mehrere der angesehensten Zeitungen das Landes solidarisierten sich mit dem Reporter. Golunow selbst zeigte sich mit dem Urteil gegen die Polizisten zufrieden und dankte seinen Unterstützern. "Ich habe Gerechtigkeit erzielt."

Er hoffe aber, dass auch die Drahtzieher des Verbrechens bestraft würden.

Titelfoto: Dmitry Serebryakov/AP/dp

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