Trauer nach Amoklauf in Kasan: Warum schoss ein 19-Jähriger in der Schule um sich?

Kasan - Ein Land steht unter Schock. Nach dem blutigen Angriff auf eine Schule in Russland werden noch 23 Menschen in Krankenhäusern behandelt.

Männer tragen den Sarg einer Englischlehrerin, die bei dem Angriff auf das Gymnasium 175 in Kasan getötet wurde.
Männer tragen den Sarg einer Englischlehrerin, die bei dem Angriff auf das Gymnasium 175 in Kasan getötet wurde.  © Dmitri Lovetsky/AP/dpa

Darunter seien 20 Schüler, sagte die Vize-Leiterin der Republik Tatarstan, Leila Faslejewa, am Mittwoch der Staatsagentur Tass zufolge.

Stunden nach der Tat am Dienstag in der Großstadt Kasan war von 21 Verletzten die Rede gewesen. "Der Zustand aller ist stabil", sagte Faslejewa.

Es gebe unter den Opfern aber weiterhin Schwerverletzte. Ärzte verlegten neun Patienten zur Behandlung in die Hauptstadt Moskau.

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Bei dem Amoklauf in dem Gymnasium in Kasan waren den Behörden zufolge neun Menschen getötet worden - die meisten von ihnen Kinder. Die Polizei nahm einen 19-jährigen Verdächtigen fest, der demnach legal eine Waffe besaß.

Gegen den jungen Mann wird wegen Mordes ermittelt. Einen terroristischen Hintergrund schlossen die Behörden aus. Noch am Mittwoch sollte Anklage gegen ihn erhoben werden.

Nach Angaben des Ermittlungskomitees war der 19-Jährige bislang nicht in psychiatrischer Behandlung. Seine Verwandten hätten aber in den vergangenen Monaten ein aggressives Verhalten beobachtet.

Tatverdächtiger soll sich selbst als "Gott" bezeichnet haben

Menschen legen Blumen nach dem Angriff auf die Schule nieder.
Menschen legen Blumen nach dem Angriff auf die Schule nieder.  © Dmitri Lovetsky/AP/dpa

Der Mann hatte Berichten zufolge seine Tat vorher in seinem Nachrichtenkanal Telegram angekündigt und sich dort auch als "Gott" bezeichnet. Mehr als 100 Ermittler werten Spuren aus und befragen Zeugen.

Am Mittwoch galt in Tatarstan Trauer. In Kasan etwa 700 Kilometer östlich von Moskau blieben die Schulen geschlossen. Die Opfer in der muslimisch geprägten Region wurden beigesetzt.

Vor dem Gymnasium Nummer 175 legten Passanten Blumen und Plüschtiere nieder und entzündeten Kerzen. Aus dem Ausland gab es Beileidsbekundungen.

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Regierungssprecher Steffen Seibert (60) sprach in Berlin den Angehörigen das Mitgefühl der Bundesregierung aus.

"Die Bundeskanzlerin und die Mitglieder der Bundesregierung sind bestürzt über den Amoklauf." Er wünsche den Verletzten nach dieser "schrecklichen Gewalttat" rasche und vollständige Genesung, sagte Seibert am Mittwoch.

Nach Angaben der Behörden soll die Schule nun saniert werden. Bilder aus dem Schulgebäude hatten verwüstete Gänge und zersplittertes Glas auf dem Boden gezeigt.

In Russland herrschen Fassungslosigkeit und Entsetzen nach der schrecklichen Tat.
In Russland herrschen Fassungslosigkeit und Entsetzen nach der schrecklichen Tat.  © Dmitri Lovetsky/AP/dpa

Waffengesetze sollen verschärft werden - Weiteres Attentat an russischer Schule angedroht

Russische Rosguardia (Nationalgarde) Soldaten am Tag nach dem Angriff vor einer der russischen Schule.
Russische Rosguardia (Nationalgarde) Soldaten am Tag nach dem Angriff vor einer der russischen Schule.  © Dmitri Lovetsky/AP/dpa

Wie die Tageszeitung "Kommersant" schrieb, war es zur Explosion einer selbst gebauten Handgranate gekommen. Moskau will nun die Regelung für zivilen Waffenbesitz verschärfen.

Indes nahmen Sicherheitskräfte der Agentur Tass zufolge auf der von Russland einverleibten Halbinsel Krim einen Mann fest, der in sozialen Netzwerken mit der Explosion in einer Schule gedroht haben soll.

Details dazu lagen zunächst nicht vor. In der Vergangenheit hatte es nach solchen Drohungen mehrfach Festnahmen gegeben.

Titelfoto: Dmitri Lovetsky/AP/dpa

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