Wegen Corona: Russische Diplomaten fahren 32 Stunden mit der Draisine nach Hause

Moskau - Normalerweise erwartet Diplomaten bei ihrem Abschied eine eher angenehme Abreise. Doch aufgrund der Corona-Pandemie mussten russische Abgesandte eine etwas unübliche Variante wählen, um aus Nordkorea zurück in ihr Heimatland zu gelangen.

Das russische Außenministerium berichtete über die abenteuerliche Reise der Diplomaten und veröffentlichte unter anderem dieses Bild auf seiner Facebook-Seite.
Das russische Außenministerium berichtete über die abenteuerliche Reise der Diplomaten und veröffentlichte unter anderem dieses Bild auf seiner Facebook-Seite.  © Facebook/RusEmbDPRK

Seit mehr als einem Jahr sind Nordkoreas Grenzen völlig dicht. Kein Flug, kein Zug und selbstverständlich auch kein Tourismus: In das Land hereinzukommen, gestaltet sich ohne triftigen Grund als nahezu unmöglich.

Doch auch das Verlassen des von Kim Jong-un (37) regierten Landes nicht leicht, selbst nicht für Diplomaten!

Wie das russische Außenministerium auf seiner offiziellen Facebook-Seite schrieb, wollten diese mit ihren Familienangehörigen, insgesamt acht Personen, endlich wieder zurück nach Hause. Doch ohne ein funktionierendes Transportsystem in Nordkorea mussten sie sich etwas anderes überlegen.

Kurzerhand nahmen sie eine Draisine und fuhren mehr als 32 Stunden auf Zugstrecken entlang, um an die russische Grenze zu gelangen. Da keine Personenzüge fuhren, konnten sie sich mit dem Gefährt ohne Zwischenfälle auf den Schienen halten.

Der wohl prominenteste Mitfahrer war der dritte Sekretär der Botschaft, Vladislav Sorokin. Bei der Reise war auch seine erst drei Jahre alte Tochter mit dabei!

Die Draisine wurde von den Beteiligten komplett selbst gebaut. Videomaterial zeigt, wie der Trupp mit den Gepäckstücken die Draisine auf einer Brücke über den Tumen-Fluss schiebt. Der Strom zeichnet die Grenze zwischen Nordkorea und Russland.

Videomaterial zeigt, wie die Diplomaten die Draisine über eine Brücke schieben

Das russische Außenministerium berichtet über die abenteuerliche Reise

Nordkorea behauptet weiterhin, komplett frei von Corona zu sein

Auf der anderen Seite angekommen, wurden die Reisenden von Kollegen des Außenministeriums abgeholt. Mit einem Bus ging es zum Flughafen von Wladiwostok und dann weiter Richtung Heimat in Russland.

Nordkorea behauptet weiterhin, durch seine drastischen Beschränkungen keinen einzigen Corona-Fall registriert zu haben. Ob das stimmt, darf bezweifelt werden. Bereits seit Monaten herrscht im Land ein strenger Lockdown. Fast überall auf der Welt gibt es positive Infektionen mit dem Coronavirus.

Das Nordkorea mit der nahen Lage zum Ursprungsort China angeblich frei von Covid-19 ist, erscheint fragwürdig.

Titelfoto: Facebook/RusEmbDPRK

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