So will die Polizei Stalking-Opfer besser schützen

Tokio (Japan) - Opfer von Stalking sollen in Japan besser geschützt werden.

Eine Frau steht mit einem Telefon am Fenster, vor dem ein Mann steht. (Symbolbild)
Eine Frau steht mit einem Telefon am Fenster, vor dem ein Mann steht. (Symbolbild)  © Angelika Warmuth/dpa

Da es immer wieder vorkommt, dass Täter heimlich GPS-Navigationsgeräte an die Autos ihrer Opfer anbringen, will die Polizei den Opfern zu ihrem eigenen Schutz Überwachungskameras für ihre Fahrzeuge auf Leihbasis zur Verfügung stellen. 

Wie die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press am Dienstag berichtete, soll diese ab kommenden Jahr geplante Maßnahme helfen, die Täter zu identifizieren und weitere Vergehen zu verhindern.

Nachstellung - auch Stalking genannt - ist in Japan ein ernstes Problem. Ein 2017 verschärftes Gesetz gegen Stalking sieht neben Geldstrafen Haft von bis zu einem Jahr vor. In Deutschland sieht das Strafgesetzbuch für Nachstellung dagegen bis zu drei Jahre Gefängnis oder Geldstrafe vor.

Japans Polizei zählte im vergangenen Jahr mehr als 20.900 Beratungsfälle, bei denen sich Menschen wegen Nachstellungen an die Beamten wandten. 

Im Jahr davor waren es mehr als 21.000 entsprechende Konsultationen gewesen. Der leichte Rückgang könnte nach Angaben der Polizei mit einer Verschärfung der Gesetzeslage sowie einem wachsenden Bewusstsein in der Bevölkerung zusammenhängen. 

So können die Ermittler Verdächtige nun auch anklagen, auch wenn das Opfer aus Sorge vor Rache selbst keine Strafanzeige gestellt hat. Zudem kann die Polizei auch ohne Verwarnungen Kontaktverbote verhängen. Im vergangenen Jahr geschah das in mehr als 1300 Stalking-Fällen.

Titelfoto: Angelika Warmuth/dpa

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