Suezkanal bleibt blockiert, nun gibt es eine neue Lösung für das Containerschiff-Problem

Kairo/Hamburg - Nach tagelangen Bemühungen zur Freilegung des Containerschiffs im Suezkanal gibt es nun einen anderen Lösungsansatz: Nun bereiten sich die Arbeiter auf eine mögliche Teilentladung der "Ever Given" vor.

Um die Freilegung des Schiffs zu erleichtern, soll nun erstmal die schwere Ladung von Bord.
Um die Freilegung des Schiffs zu erleichtern, soll nun erstmal die schwere Ladung von Bord.  © Ahmed Gomaa/XinHua/dpa

Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi (66) habe entsprechende Vorbereitungen angeordnet. Das sagte Admiral Usama Rabi, Vorsitzender der Kanalbehörde, dem Fernsehsender Extra News am Sonntag.

Der Druck auf die Verantwortlichen am Suezkanal steigt, weil inzwischen mehr als 300 Schiffe auf die Durchfahrt warten und der wirtschaftliche Schaden immer weiter wächst.

Dem Dienstleister Inchcape Shipping Services zufolge konnte das Schiff mithilfe von Schleppern bisher 29 Meter bewegt werden.

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Die Arbeiten zur Freilegung des 400 Meter langen Schiffs, das seit Dienstag den Suezkanal blockiert, liefen weiter. Am Sonntag wurden zur Unterstützung zwei weitere Schlepper erwartet, die in den Niederlanden beziehungsweise Italien registriert sind.

Das teilte das Unternehmen Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM) mit, das für die technische Leitung der "Ever Given" verantwortlich ist. Immerhin das Ruder des Containerschiffs konnte demnach bereits befreit werden.

Das Schiff eines japanischen Eigentümers, das etwa der Größe des Empire State Buildings in New York entspricht, war in Richtung Rotterdam unterwegs, als es bei der Durchfahrt des Kanals mit zwei Lotsen an Bord auf Grund lief.

Spielte auch menschliches Versagen bei dem Unglück eine Rolle?

Die "Ever Given" blockiert nun bald seit einer Woche den Suezkanal und damit eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt.
Die "Ever Given" blockiert nun bald seit einer Woche den Suezkanal und damit eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt.  © Uncredited/©Maxar Technologies/AP/dpa

Die Ursache sei ersten Ermittlungen zufolge "starker Wind" gewesen, teilte BSM mit. Der Vorsitzende der Kanalbehörde schloss am Samstag allerdings aus, dass allein der Wind und der Sandsturm zum Unfall führten. Auch "menschliches Versagen" hätte womöglich eine Rolle gespielt.

Die 25 Crew-Mitglieder, die alle aus Indien stammen, sind wohlauf und weiterhin an Bord. Über mögliche Schaden an der Ladung oder eine Verschmutzung des Wassers gibt es bisher keine Informationen.

Durch die tagelange Blockade gehen Ägypten wichtige Einnahmen verloren. Die Kanalbehörde nahm 2020 bei Durchfahrten von 18.800 Schiffen rund 5,6 Milliarden Dollar ein.

Titelfoto: Uncredited/©Maxar Technologies/AP/dpa

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