Erster geheilter HIV-Patient wird sterben: Timothy Ray Brown (54) verliert Kampf gegen den Krebs

Palm Springs (USA) - Timothy Ray Brown (54) gilt als der weltweit erste Mensch, der nach einer HIV-Infektion von Ärzten geheilt werden konnte. Nun hat der US-Amerikaner allerdings dennoch nicht mehr lange zu leben - er leidet an Krebs.

Timothy Ray Brown (54) ist der weltweit erste Mensch, der nach einer HIV-Infektion von Ärzten geheilt werden konnte.
Timothy Ray Brown (54) ist der weltweit erste Mensch, der nach einer HIV-Infektion von Ärzten geheilt werden konnte.  © EPA/Pete Marovich

Die überaus schwere Krankheit des 54-Jährigen hat das Endstadium erreicht. Der in Seattle im US-Bundesstaat Washington geborene Brown befinde sich bereits im kalifornischen Palm Springs in einem Hospiz, wo er palliativmedizinisch versorgt werde, wie der Aktivist Mark King in einem Blog mitteilte.

Die Leukämie raubt dem niemals aufgebenden Brown, der im Zuge seiner Therapie als "Berliner Patient" bekannt geworden war und aufgrund seiner Heilung im Jahr 2008 Medizingeschichte geschrieben hatte, zusehends die letzten Kräfte.

Seinen Spitznamen hatte er erhalten, nachdem er 1995 in der Hauptstadt Deutschlands positiv auf das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) getestet und in der Folge medizinisch behandelt worden war. Zudem sollte auf diese gängige Weise nach der Bekanntgabe der Heilung zunächst die Anonymität gewährleistet werden - ein sehr wichtiger Aspekt.

Brown hatte während seiner langen Behandlung in Berlin im Jahr 2006 ferner die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs erhalten, aufgrund derer auch eine Stammzellentransplantation vorgenommen werden musste, deren Spender durch eine seltene CCR5-Gen-Mutation gegen das HI-Virus immun war. Anschließend konnte eben jenes im Körper Browns von den Ärzten nicht mehr nachgewiesen werden.

Er galt als geheilt, was einer Sensation glich. Auch den Krebs konnte er besiegen. Doch seit letztem Jahr ist dieser zurück.

Es ist diesmal leider ein aussichtsloser Kampf, den Brown trotz aller Bemühungen nicht mehr gewinnen können wird.

Titelfoto: EPA/Pete Marovich

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