Tödliche Trainingsmethoden bei einem Siebenjährigen: Neun Jahre Haft für Judo-Trainer!

Taiwan - Judo-Trainer Ho Tsung-le (69) aus Taiwan wurde am heutigen Mittwoch zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, weil er einen seiner Schüler (✝︎7) insgesamt 27-mal auf die Matte geworfen und damit den Tod des Jungen verursacht hatte.

Der Trainer (69) und ein anderer größerer Schüler warfen den Siebenjährigen immer wieder zu Boden bis dieser schließlich in Ohnmacht fiel. (Symbolbild)
Der Trainer (69) und ein anderer größerer Schüler warfen den Siebenjährigen immer wieder zu Boden bis dieser schließlich in Ohnmacht fiel. (Symbolbild)  © 123RF/ ka2shka

Das Bezirksgericht Taichung an der Westküste Taiwans verurteilte Ho Tsung-le am heutigen Mittwoch zu neun Jahren Haft. Das berichtet unter anderem die britische "BBC".

Der Mann habe den Jungen bei einem Training im April gezwungen, seinen Trainingsanweisungen zu folgen, und dabei "die Möglichkeit außer Acht gelassen, dass dies zum Tode führen könnte", so das Gericht.

Demnach habe der Trainer das Kind immer und immer wieder auf die Matte geworfen - insgesamt 27-mal. Und das trotz der schmerzverzerrten Schreie des Siebenjährigen.

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Der Junge erlitt schwere Hirnblutungen und lag zunächst im Koma. Lokalen Medienberichten zufolge, entschieden sich die Eltern des Kindes dazu, nach 70 Tagen ohne Veränderung, die lebenserhaltenden Maßnahmen abzuschalten.

Ho habe laut der Eltern nach dem Vorfall versucht, seine Schuld abzuwehren, indem er den Staatsanwälten zunächst gesagt habe, der Junge sei verletzt worden, als er absichtlich mehrmals gegen eine Wand gelaufen sei.

Judo-Lehrer hatte nicht mal eine Lizenz

Die Staatsanwaltschaft erhob allerdings kurz darauf Anklage gegen den 69-Jährigen wegen schwerer Körperverletzung und Verstößen gegen das Gesetz zum Schutz des Wohls und der Rechte von Kindern und Jugendlichen.

Die Eltern des Siebenjährigen reichten eine Zivilklage über insgesamt 18 Millionen Euro Schadensersatz gegen den Trainer und gegen die Veranstalter des Kurses ein. Sie sind schockiert über das Urteil und finden "es sollte ein Leben für ein Leben sein."

Laut einem Mitglied des Untersuchungsrates hätten die Beamten es versäumt, Maßnahmen zum Schutz der Kinder vor Verletzungen zu ergreifen. Ebenso fehlte die Durchsetzung der Regeln für die Trainerzertifizierung, da die Qualifikationen des Judo-Lehrers nie überprüft wurde. Dieser hatte, wie später festgestellt wurde, nämlich keine Lizenz.

Titelfoto: 123RF/ ka2shka

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