Tragödie beim Judo-Unterricht: Junge (7) wird 27-mal geworfen und stirbt

Taiwan - Schrecklicher Vorfall in einer Judo-Klasse aus Taiwan! Ein kleiner Junge im Alter von sieben Jahren fand im Unterricht den Tod. Sein Onkel nahm die Tragödie auf seiner Kamera auf.

Ein kleiner Junge überlebte knapp 30 Würfe auf die Judo-Matte nicht. (Symbolbild)
Ein kleiner Junge überlebte knapp 30 Würfe auf die Judo-Matte nicht. (Symbolbild)  © 123RF/fotokostic

Der Siebenjährige wurde bei der Unterrichtseinheit am 21. April mehr als 27-mal von seinem Trainer sowie Mitschülern auf den Boden geworfen. Er erlitt schwere Hirnblutungen, weshalb er in ein Krankenhaus kam. Dort fiel er ins Koma.

Wie die BBC berichtet, beschlossen seine Eltern nun, die lebenserhaltenden Maßnahmen nach mehr als 70 Tagen zu abzuschalten.

Sein Trainer, ein Mann Ende 60, wurde aufgrund von schwerer Körperverletzung eines Minderjährigen angeklagt. Doch Anfang des Monats kam er gegen eine Kaution von umgerechnet rund 3000 Euro aus der Haft.

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Wie die Staatsanwaltschaft gegenüber der Taiwan News berichtete, könnte dem Mann nach dem Tod seines Schützlings allerdings eine Anklage auf "Körperverletzung mit Todesfolge" drohen.

Im schlimmsten Falle erhielte er bei einer Verurteilung eine Gefängnisstrafe von mindestens sieben Jahren Haft.

Onkel filmte den Vorfall: Er wollte zeigen, dass Judo kein geeigneter Sport für den Jungen ist

Judo ist die am weitesten verbreitete Kampfsportart der Welt. (Symbolbild)
Judo ist die am weitesten verbreitete Kampfsportart der Welt. (Symbolbild)  © 123RF/Iakov Filimonov

Der Vorfall hatte in den Medien tiefe Bestürzung ausgelöst. Der Onkel des Jungen hatte die gesamte Unterrichtseinheit gefilmt. Er hatte der Familie des Kindes zeigen wollen, dass Judo für ihn denkbar ungeeignet ist.

Der Onkel nahm mit der Kamera auf, wie sein Neffe von älteren Mitschülern geworfen wurde. Im Video hört man ihn schreien, doch der Trainer befielt, dass das Kind weiter auf den Boden geworfen werden soll.

Schließlich packt sich der Trainer selbst den Siebenjährigen und schleudert ihn erneut auf die Matte - ganze siebenmal. Der Junge verliert daraufhin das Bewusstsein.

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Laut Aussagen der Familie soll der Trainer später gesagt haben, der Siebenjährige habe den Gedächtnisverlust nur vorgetäuscht. Von Reue keine Spur.

Der Vorfall wirft viele Fragen auf: Weshalb hatte der Onkel nicht eingegriffen? Warum wendete sich niemand gegen den Trainer?

Wie die BBC schrieb, besitzt man in Taiwan sehr hohen Respekt vor Lehrern. Das sei eine mögliche Erklärung, weshalb niemand den brutalen Vorfall stoppte.

Nach Aussagen der Mutter würde sich der Onkel schreckliche Vorwürfe machen. Erst im Nachhinein hatte sich herausgestellt, dass der Trainer überhaupt keine Lizenz besaß.

Mit welchen Konsequenzen er nun rechnen muss, bleibt abzuwarten.

Titelfoto: 123RF/fotokostic

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