Transgender-Model über Autorin J.K. Rowling: "Sie ist gefährlich"

London (Großbritannien) - Die LGBTQ-Szene ist schon länger von Autorin J.K. Rowling ("Harry Potter") mehr als genervt. Mit unüberlegten Postings und Kommentaren fällt sie immer wieder negativ auf (TAG24 berichtete). Jetzt wehrt sich auch das Trans-Model Munroe Bergdorf öffentlich.

Munroe Bergdorf auf Instagram.
Munroe Bergdorf auf Instagram.  © Screenshot/Instagrram/munroebergdorf

Folgende umstrittene Aussage der Harry Potter-Autorin sorgte jetzt erneut für Entsetzen in der LGBTQ-Community. 

Sie verglich auf Twitter Hormontherapien und chirurgische Eingriffe für transsexuelle Jugendliche mit "einer neuen Art von Konversionstherapie" (Umkehrtherapie), berichtet unter anderem die "Daily Mail". 

Die Autorin würde sich Sorgen um Jugendliche machen, die sich Hormontherapien unterziehen, da diese ein hohes Risiko bergen würden und schwere Langzeitfolgen haben könnten, twitterte sie in einer Erklärung weiter. 

Dass Hormon-Therapien nicht "ohne" sind, ist bekannt. 

Das Problem an ihrer Aussagen scheint nicht zu sein, dass sie auf die Nebenwirkungen von Hormontherapien aufmerksam macht, sondern viel mehr, dass es bei J.K. Rowling klingt, als sei die Entscheidung eines transsexuellen Menschen, sich operieren und behandeln zu lassen, eine Art unüberlegte Übersprungshandlung. 

LGBTQ-Community wehrt sich

Autorin J.K. Rowling (54). (Archivbild)
Autorin J.K. Rowling (54). (Archivbild)  © dpa/AP/Invision/Evan Agostini

Unüberlegt ist ein solcher großer Schritt natürlich nicht. Ohne ärztliche Gutachten sind solche einschneidenden Eingriffe auch gar nicht möglich.

Für transsexuelle Menschen ist eine geschlechtsangleichende Operation einfach so gut wie unerlässlich, um endlich das Leben führen zu können, für das sie sich geboren fühlen. Es ist der einzige Weg, ihr äußerliches Erscheinungsbild ihrem Selbstbild anzupassen und aufgrund der bekannten Risiken bestimmt kein leichter.

Somit ist die Aussage der Autorin, eine solche Behandlung sei eine "neue Art" der Konversionstherapie, die man vielleicht besser lassen sollte, ein Affront gegen transsexuelle Menschen, die eh schon recht wenig Wert auf die Meinung der Autorin legen.

Dementsprechend wütend reagierte auch das Model und die Aktivistin Munroe Bergdorf auf den Tweet der Autorin auf Twitter und Instagram: "JK Rowling ist keine Wissenschaftlerin. Sie ist keine Ärztin. Sie ist keine Expertin für Geschlechterfragen. Sie ist keine Unterstützerin unserer Gemeinschaft."

Und weiter: "Sie ist eine Milliardärin, cis-geschlechtlich, heterosexuell, weiße Frau, die beschlossen hat, dass sie weiß, was das Beste für uns und unseren Körper ist. Dies ist nicht ihr Kampf."

Damit aber nicht genug. In einem weiteren Poste bezeichnete sie die Autorin als Feind des Fortschritts und ihre Kommentare als böse. Außerdem warnt sie: JK Rowling ist gefährlich und stellt eine Bedrohung für LGBT-Leute dar.

Die umstrittene Konversionstherapie

Unter Konversionstherapie versteht man, die mittlerweile in Deutschland für Jugendliche unter 18 Jahren verbotene Praxis, nicht heterosexuelle Menschen therapeutisch zu behandeln, mit dem Ziel, deren natürliche sexuelle Orientierung zu ändern. 

Oder kurz und knapp: Die Konversionstherapie versucht, aus homosexuellen Menschen heterosexuelle zu machen.

Titelfoto: dpa/AP/Invision/Evan Agostini, Screenshot/Instagrram/munroebergdorf

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