Tschechiens Präsident geht auf Transgender los: "Sind mir von tiefster Seele zuwider"

Von Michael Heitmann

Prag - Der tschechische Präsident Miloš Zeman (76) hat mit negativen Äußerungen über Transgender-Menschen Empörung ausgelöst.

Miloš Zeman (76), Präsident von Tschechien, vertritt eine äußert kritische Meinung gegenüber dem Thema LGBTQ.
Miloš Zeman (76), Präsident von Tschechien, vertritt eine äußert kritische Meinung gegenüber dem Thema LGBTQ.  © Filip Singer/EPA/dpa

Zeman kritisierte geschlechtsangleichende Operationen und ein für Anfang August geplantes LGBT-Festival in Prag in einem Interview mit dem Fernsehsender CNN Prima News scharf.

Vertreter der LGBT-Gemeinde - die Abkürzung steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender - beschuldigten Zeman, Hass zu verbreiten. Äußerungen wie diese würden sich negativ auf die psychische Gesundheit von LGBT-Personen auswirken.

Wer eine geschlechtsangleichende Operation vornehmen lasse, begehe "die Straftat der Selbstverstümmelung", sagte Zeman in dem Interview.

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"Jeder medizinische Eingriff ist ein Risiko - und diese Transgender-Leute sind mir wirklich von tiefster Seele zuwider", so der 76-Jährige. Transgender bedeutet, dass das eigene Geschlecht nicht mit den körperlichen Merkmalen übereinstimmt.

Miloš Zeman solidarisiert sich mit Viktor Orbán bezüglich des Homosexuellen-Gesetzes in Ungarn

Zeman hat zudem Verständnis für das Homosexuellen-Gesetz von Ungarns Präsident Viktor Orbán (58).
Zeman hat zudem Verständnis für das Homosexuellen-Gesetz von Ungarns Präsident Viktor Orbán (58).  © John Thys/Pool AFP/AP/dpa

In Tschechien findet Anfang Oktober eine Parlamentswahl statt. Zeman kündigte an, persönlich die populistische ANO (tschechisch für "Ja") von Ministerpräsident Andrej Babis wählen zu wollen.

Aktuelle Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der liberalen Piratenpartei voraus, die sich unter anderen für die freie Wahl der Geschlechtsidentität einsetzt.

Über das LGBT-Festival "Prague Pride", das in diesem Jahr vom 2. bis 8. August stattfindet, sagte Zeman: "Wenn ich etwas jünger wäre, würde ich eine riesige Demonstration von Heterosexuellen in Prag organisieren (...), um allen zu zeigen, wie sinnlos das ist."

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Zeman zeigte zudem Verständnis für das ungarische Homosexuellen-Gesetz, das von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (62) als "Schande" bezeichnet wurde.

Titelfoto: Filip Singer/EPA/dpa

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