Tsunamis nach Erdbeben in der Ägäis: Tote und Panik auf den Straßen

Izmir / Samos - Es sind 30 Sekunden, die Stunden und voraussichtlich Tage der Bergungs- und Aufräumarbeiten einleiten: Ein starkes Erdbeben in der Ägäis hat in der Westtürkei und auf den griechischen Inseln am Freitag für große Zerstörung gesorgt. Mehrere Menschen starben; es kam zu Tsunamis.

Meerwasser ist nach einem Erdbeben über die Ufer getreten und überschwemmt eine Straße.
Meerwasser ist nach einem Erdbeben über die Ufer getreten und überschwemmt eine Straße.  © Michael Svarnias/AP/dpa

Vorläufigen Angaben der türkischen Katastrophenschutzbehörde von Freitagabend zufolge starben in der Westtürkei mindestens 12 Menschen, etwa 321 Menschen wurden verletzt. 

Auf der griechischen Insel Samos starben zwei Jugendliche.

Das erste Beben hatte nach Angaben der nationalen türkischen Katastrophenbehörde eine Stärke von 6,6. 

Die für Erdbeben zuständige US-Behörde USGS gab die Stärke des Bebens sogar mit 7 an. Das Zentrum habe in der Ägäis vor der türkischen Provinz Izmir, rund 16 Kilometer nördlich der griechischen Insel Samos gelegen, berichteten türkische und griechische Medien.

Sowohl auf Samos als auch an der türkischen Westküste gab es Tsunamis. 

Erdbeben-Institute berichteten über erste Nachbeben weiter westlich des Hauptbebens, mehrere davon weit über der Stärke 4,0. Griechische Fernsehsender zeigten Bilder von der überfluteten Küstenpromenade, wo das Wasser Autos wegspülte. 

Der Strom fiel aus. Auch auf Bildern aus dem türkischen Seferihisar waren überflutete Gassen zu sehen.

Twitter-Videos zeigen das Ausmaß der Katastrophe in der Türkei und Griechenland

Mehrere Gebäude sind eingestürzt. Menschen wurden verschüttet.
Mehrere Gebäude sind eingestürzt. Menschen wurden verschüttet.  © Ismail Gokmen/AP/dpa

Das letzte Beben dieser Stärke gab es in den 50er Jahren

Rettungskräfte und Anwohner versuchen Verletzte zu befreien.
Rettungskräfte und Anwohner versuchen Verletzte zu befreien.  © Ismail Gokmen/AP/dpa

Die auf Samos getöteten Jugendlichen waren den Angaben zufolge nach der Schule zu Fuß auf dem Weg nach Hause, als wegen des Bebens in einer engen Gasse Hauswände einstürzten. 

Medien hatten zuvor gemeldet, acht Verletzte würden im Krankenhaus behandelt.

Das Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam informierte am Freitagmittag ebenfalls über das "schwere Erdbeben mit einem Tsunami". Nach GFZ-Berechnungen erreichten die Wellen Höhen von mehr als 1,5 Metern. 

Sie könnten an der Küste womöglich bis zu drei Meter hoch auflaufen. Tilmann Frederik, Seismologe des Zentrums, sagte, das Beben habe sich in einer Gegend mit großer tektonischer Aktivität ergeben.

Das letzte Erdbeben dieser Stärke habe es in der Gegend in den 50er Jahren gegeben.

Der türkische Fernsehsender TRT zeigte Bilder von eingestürzten Mehrfamilienhäusern und von Staubwolken über der Stadt Izmir. 

Es wurde von Panik auf den Straßen während des Bebens berichtet, Telefonverbindungen seien unterbrochen gewesen. 

Türkische Medien berichteten, einige Krankenhäuser in der Provinz Izmir seien beschädigt worden und hätten evakuiert werden müssen. Mehrere Spiele in den türkischen Fußballligen wurden der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge abgesagt. Die Behörden riefen dazu auf, Straßen nicht zu blockieren und das Mobilfunknetz möglichst zu entlasten.

Titelfoto: Ismail Gokmen/AP/dpa

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