Typ klettert Dreiviertelstunde ein Haus hoch und wieder runter, dann wird er verhaftet

Barcelona (Spanien) - Völlig ungesichert ist ein Extremkletterer aus Frankreich an einem Hochhaus in Barcelona 145 Meter hochgeklettert - und danach wieder runter.

Alain Robert kletterte das 145 Meter hohe Gebäude ohne Sicherung hoch.
Alain Robert kletterte das 145 Meter hohe Gebäude ohne Sicherung hoch.  © dpa/Joan Mateu/AP

Viel mehr hat sich Alain Robert (57) nicht erlaubt. Und dennoch ist er verhaftet worden. Für ihn ist es nicht der erste Berührungspunkt mit den Gesetzeshütern.

Immer wieder wird er auf seinen "Touren" verhaftet, weil er eine Gefahr für sich und andere darstelle. So auch bei der Besteigung des Glories Towers in Barcelona am Donnerstag.

Noch während seiner Kletterei an der Glasfassade sprachen ihn Feuerwehrleute aus Fenstern auf der 26. Etage an und baten ihn hineinzukommen, berichtete Noticias de Navarra. Doch das war für ihn nicht möglich.

Der als französischer Spiderman bekannte Extremkletterer Alain Robert erklomm alle 34 Stockwerke und kehrte danach um. Insgesamt benötigte er dafür nur 47 Minuten.

Die Aktion hatte einen ernsten Hintergrund: Der 57-Jährige wollte Ängste nehmen. Vor allem die Angst vor dem Coronavirus.

Angst vor Coronavirus ist größere Gefahr als die Erkrankung selbst

Von seiner Position aus hatte er vermutlich eine schöne Sicht auf die ewige Baustelle der Kirche "Sagrada Família".
Von seiner Position aus hatte er vermutlich eine schöne Sicht auf die ewige Baustelle der Kirche "Sagrada Família".  © dpa/Joan Mateu/AP

"Ansteckender ist nicht das Coronavirus, sondern Angst davor", sagte er in einem Interview mit der Agentur AFP. "Es gibt wahrscheinlich drei Milliarden Menschen, die Angst vor dieser Krankheit haben, die wir schließlich nicht kontrollieren können." Infiziert seien jedoch weit weniger. Auch davon betroffen sollen wesentlich weniger Menschen sein.

"Es gibt eine gewisse Analogie zwischen dem, was ich mache, nämlich ohne Seil zu klettern, was Angst verursachen kann", führte Robert weiter aus. "Und das gleiche passiert mit dem Coronavirus. In meinem Fall können wir über eine Angst sprechen, die bei mir kontrolliert und gebändigt ist."

Menschen sollen also zum einen keine Angst vor der Erkrankung haben. Zum anderen aber auch nicht davor, dass Robert etwas geschehen könnte.

Der Kletterer ist nämlich sehr erfahren: So erklomm er bereits den Burj Khalifa in Dubai, den Eiffelturm in Paris, die Petronas Twin Towers in Kuala Lumpur oder auch das Skyper-Hochhaus in Frankfurt am Main.

Als Alain Robert wieder unten ankam, wurde er sofort in Gewahrsam genommen.
Als Alain Robert wieder unten ankam, wurde er sofort in Gewahrsam genommen.  © dpa/Joan Mateu/AP

Die Videos zur waghalsigen Kletter-Aktion des französischen Spiderman

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