"Historisches" Ausmaß nach "tödlichstem Hurrikan": Mindestens zwölf Tote

Fort Myers (Florida/USA) - Nach dem Durchzug des verheerenden Hurrikans "Ian" steigt im US-Bundesstaat Florida die Zahl der Toten.

In Bonita Springs (Florida/USA) waren Straßen nach Ian kaum noch als solche zu erkennen.
In Bonita Springs (Florida/USA) waren Straßen nach Ian kaum noch als solche zu erkennen.  © Sean Rayford/Getty Images via AFP

Wie der Sender CNN sowie Vertreter verschiedener örtlicher Behörden am Donnerstag berichteten, wurden mindestens zwölf Menschen durch den verheerenden Sturm getötet.

Nachdem sich "Ian" vorübergehend zu einem Tropensturm abgeschwächt hatte, stufte ihn das US-Hurrikanzentrum NHC im weiteren Verlauf wieder als Hurrikan ein.

Er zog am Donnerstagabend weiter in Richtung der Bundesstaaten Georgia sowie South- und North-Carolina. Von der Hurrikan-Warnung des NHC waren die gesamten Küstenregionen von South Carolina sowie Teile von Georgia und North Carolina betroffen.

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Nach Angaben des NHC könnte sich der Sturm erneut verstärken, bevor er wieder auf Land trifft. Er werde sich wahrscheinlich über dem Südosten der USA in der Nacht von Freitag auf Samstag "rasch abschwächen".

US-Präsident Joe Biden (79) warnte, es könnte sich um den "tödlichsten Hurrikan in der Geschichte Floridas" handeln: Die Zahl der Todesopfer sei noch "unklar", es könnte aber einen "bedeutenden Verlust von Leben" geben.

Millionen Haushalte ohne Strom

Eine Rettungssanitäterin bahnt sich in Orlando ihren Weg durch das Hochwasser auf der Suche nach Bewohnern eines überschwemmten Viertels.
Eine Rettungssanitäterin bahnt sich in Orlando ihren Weg durch das Hochwasser auf der Suche nach Bewohnern eines überschwemmten Viertels.  © Phelan M. Ebenhack/FR121174 AP/dpa
Ganze Stadtteile standen unter Wasser, wie etwa in Ponciana.
Ganze Stadtteile standen unter Wasser, wie etwa in Ponciana.  © Gerardo Mora/Getty Images via AFP

Gouverneur Ron DeSantis (44) sprach von Schäden von "historischem" Ausmaß und Überschwemmungen, wie sie nur "alle 500 Jahre" vorkommen. "Wir haben noch nie eine solche Überschwemmung gesehen", sagte der konservative Politiker. "Wir haben noch nie eine Sturmflut dieser Größe gesehen."

Manche Gegenden wie die Stadt Fort Myers an Floridas Südwestküste seien "durch diesen Sturm wirklich überschwemmt, wirklich verwüstet" worden.

In der südlich von Fort Myers gelegenen Stadt Naples standen ganze Viertel unter Wasser.

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Fernsehbilder von dort zeigten komplett überschwemmte Straßen, in denen Autos trieben. Rettungskräfte waren in verschiedenen Gegenden mit Hubschraubern und Booten im Einsatz, um von den Wassermassen eingeschlossene Menschen zu retten. Laut der Website poweroutage.us waren zwischenzeitlich mehr als 2,6 Millionen Haushalte und Geschäfte ohne Strom.

Der als "extrem gefährlich" eingestufte Hurrikan war am Mittwochnachmittag kurz nach 15 Uhr Ortszeit als Wirbelsturm der zweithöchsten Hurrikan-Kategorie 4 mit Windgeschwindigkeiten von 240 Stundenkilometern auf Land getroffen.

Zahlreiche Gebäude wurden zerstört, Bäume und Stromleitungen stürzten um.

Ian fordert zwei Tote in Kuba

Die NASA konnte den Hurrikan Ian über Kuba in einem spektakulären Foto festhalten.
Die NASA konnte den Hurrikan Ian über Kuba in einem spektakulären Foto festhalten.  © NASA/Getty Images/AFP

Vor der Küste Floridas sank außerdem am Mittwoch ein Flüchtlingsboot. Während nach Angaben der US-Küstenwache neun Kubaner gerettet wurden oder es aus eigener Kraft an Land schafften, galten 18 Menschen noch als vermisst.

Im Vorfeld des Wirbelsturms hatten Experten dramatische Warnungen ausgesprochen, für 2,5 Millionen Einwohner Floridas galt eine verpflichtende Evakuierungsanordnung.

Der Leiter des Nationalen Wetterdienstes, Ken Graham, bezeichnete "Ian" als Sturm, "über den wir noch jahrelang reden werden". Der Flugverkehr an den Flughäfen Tampa und Orlando wurde eingestellt.

Zuvor waren durch den Hurrikan in Kuba mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Durch den Sturm fiel in dem Karibikstaat am Dienstag landesweit der Strom aus.

Bis Mittwoch konnte die Stromversorgung in Teilen der Hauptstadt Havanna und mehreren Provinzen wiederhergestellt werden. Die am schwersten betroffenen Regionen im Westen des Landes saßen jedoch weiter im Dunklen.

Wissenschaftlern zufolge führt die vom Menschen verursachte Erderwärmung zu einer steigenden Zahl und höheren Intensität von Tropenstürmen und Wirbelstürmen.

Auch in Port Charlotte stand das Wasser in ganzen Stadtteilen.
Auch in Port Charlotte stand das Wasser in ganzen Stadtteilen.  © Win McNamee/Getty Images via AFP
Die Schäden sind nach dem Hurrikan enorm.
Die Schäden sind nach dem Hurrikan enorm.  © Douglas R. Clifford/Tampa Bay Times via ZUMA Press/dpa

Studien deuten zudem auf einen Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und einer extrem raschen Intensivierung von Tropenstürmen hin, bei der ein relativ schwacher Tropensturm binnen 24 Stunden Hurrikan-Kategorie 3 oder mehr erreicht.

Originalmeldung vom 29. September, 22.12 Uhr, aktualisiert am 30. September, 7.49 Uhr.

Titelfoto: Montage: Douglas R. Clifford/Tampa Bay Times via ZUMA Press/dpa, NASA/Getty Images/AFP, Phelan M. Ebenhack/FR121174 AP/dpa

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