Stadt bezahlt Kriminelle dafür, niemanden zu erschießen

San Francisco (USA) - Außergewöhnliche Maßnahme, um eine Stadt sicherer zu machen: In San Francisco sollen Kriminelle dafür bezahlt werden, niemanden zu erschießen.

Ein Tatort wurde nach einer Massenschießerei abgesperrt. (Symbolbild)
Ein Tatort wurde nach einer Massenschießerei abgesperrt. (Symbolbild)  © dpa/AP/John Minchillo

Kleine Maßnahme, große Wirkung - so stellt sich die "Dream Keeper Initiative" ihr neues Angebot vor.

Zehn Bewohner der US-Metropole San Francisco bekommen ab Oktober in dem neuen Programm der Organisation jeden Monat 300 US-Dollar (umgerechnet rund 252 Euro). Einzige Aufgabe für die ehemals Kriminellen: "Nicht den Abzug drücken", berichtet aktuell Newsweek.

Damit soll die Waffengewalt in der Stadt gesenkt werden.

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Es sei nicht nach dem Motto "Hier sind ein paar Dollar, damit Sie nichts Schlechtes tun", erklärt Sheryl Davis, Chefin des Programms. Es gehe viel mehr darum, die Menschen dazu zu bewegen, etwas Gutes zu bewirken.

So winken beispielsweise auch bis zu 200 zusätzliche Dollar (etwa 168 Euro) jeden Monat, wenn die bisherigen Problembürger Streitigkeiten auf der Straße schlichten, die Schule besuchen oder sich einfach nur als "Community-Botschafter" engagieren und positiv darüber sprechen, dass Probleme auch ohne Gewalt gelöst werden können.

"Wenn sie besser werden, profitiert auch die Gemeinde davon", sagt Davis.

Andere Stadt, selbes Problem: 55 Prozent weniger Waffengewalt seit Start des Programms

Polizisten ermitteln zu einer Schießerei. (Symbolbild)
Polizisten ermitteln zu einer Schießerei. (Symbolbild)  © dpa/AP/John Minchillo

Die Programmchefin hofft, dass nicht nur die Straßen San Franciscos sicherer werden, sondern auch, dass die Geförderten "bürgerlicher und ein Teil der Lösung werden".

"Diese kleinen Investitionen können das Leben von Einzelpersonen verändern, aber sie können auch Gemeinschaften verändern", erklärt sie.

In Richmond (ebenfalls im US-Bundesstaat Kalifornien) gibt es ein derartiges Programm schon seit 2019, berichtet Newsweek weiter. Dort reduzierte sich dem Medium zufolge die Anzahl an Morden durch Waffengewalt seither um 55 Prozent.

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In San Francisco gab es indes in der ersten Jahreshälfte 2021 (119) deutlich mehr Waffengewalt als im Januar bis Juli 2020 (58). Die Mordfälle durch Erschießen stiegen im selben Zeitraum gar von 22 auf 26.

Die "Dream Keeper Initiative" hofft nun, diesem Negativtrend entgegenwirken zu können.

Titelfoto: dpa/AP/John Minchillo

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