Verheerende Brände in Südafrikas Metropolen - weiterhin keine Entwarnung!

Kapstadt (Südafrika) - Flammen, Rauch, Chaos, Zerstörung: In Südafrikas Touristenmetropole Kapstadt hat ein seit dem Wochenende wütender Großbrand schwere Schäden verursacht.

Die Jagger-Bibliothek an der Universität von Kapstadt steht lichterloh in Flammen. Der Waldbrand am Tafelberg griff auf das Gebäude über.
Die Jagger-Bibliothek an der Universität von Kapstadt steht lichterloh in Flammen. Der Waldbrand am Tafelberg griff auf das Gebäude über.  © Nardus Engelbrecht/AP/dpa

Betroffen war auch das Universitätsgelände - Tausende Studenten mussten ihre Unterkünfte fluchtartig verlassen.

Mehrere historische Gebäude - darunter eine Bibliothek mit wertvollen historischen Büchern, aber auch Südafrikas älteste Windmühle - wurden durch das Feuer zerstört.

An einer Flanke von Kapstadts Wahrzeichen, dem Tafelberg, brannte es lichterloh auf mehreren Hektar Fläche.

Im Stadtteil Zonnebloem wurden mehrere Schulen geräumt. "Überall ist Asche, überall Rauch", sagte Schulleiterin Heather Calmeyer Reportern vor Ort.

Viele Eltern konnten ihre Kinder nur unter Mühen abholen, da zahlreiche Verkehrsachsen gesperrt waren.

Heftige Winde erschwerten den Einsatz der Lösch-Helikopter. Behörden riefen dazu auf, der von den Flammen bedrohten Innenstadt vorerst fern zu bleiben.

"Dieses Feuer wird uns noch Tage beschäftigen", meinte Philip Prins von der Nationalparkverwaltung am Tafelberg.

Das Feuer wütet an den Hängen vom Tafelberg, dem berühmten Wahrzeichen von Südafrika.
Das Feuer wütet an den Hängen vom Tafelberg, dem berühmten Wahrzeichen von Südafrika.  © Nardus Engelbrecht/AP/dpa

Weiterhin keine Entwarnung von der Feuerwehr - Ursache des Brandes wohl Lagerfeuer

Ein Feuerwehrmann im Einsatz am Tafelberg. Einige der Wehren erlitten Brandwunden.
Ein Feuerwehrmann im Einsatz am Tafelberg. Einige der Wehren erlitten Brandwunden.  © AP/DPA

Laut Bürgermeister Plato wurde die weitere Ausbreitung des Feuers gegen Mittag gestoppt, auch wenn immer wieder vereinzelte Brandnester aufflammten. Entwarnung wurde mit Hinweis auf den starken Wind nicht gegeben.

Nachdem am Vortag mehrere Lösch-Helikopter im Einsatz waren, war dies am Montagvormittag wegen der schlechten Sicht und hohen Windgeschwindigkeiten unmöglich. Hunderte Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen, einige von ihnen erlitten Brandwunden.

Nach Angaben von Rettungsdiensten war das Feuer am Sonntagmorgen ausgebrochen. Ursache sei vermutlich ein von einem Obdachlosen entzündetes Lagerfeuer gewesen, hieß es.

Ein Sprecher der Stadt erklärte, ein etwa 30-jähriger Mann sei festgenommen worden und habe gestanden, ein Feuer gelegt zu haben.

"Es ist möglich, dass er ein Feuer zum Kochen angefacht hat, das außer Kontrolle geriet", meinte der Sprecher.

Allerdings hätten Zeugen von weiteren, durch die Männer gelegten Feuern gesprochen.

Und das während Corona! Riesiges Krankenhaus muss wegen Feuer tagelang schließen

Personal bereitet die Evakuierung der Patienten des Charlotte-Maxeke-Hospital vor. Das Krankenhaus muss aufgrund des Brandes für längere Zeit schließen.
Personal bereitet die Evakuierung der Patienten des Charlotte-Maxeke-Hospital vor. Das Krankenhaus muss aufgrund des Brandes für längere Zeit schließen.  © Ali Greeff/AP/dpa

Auswirkungen auf die medizinische Versorgung hatte ein stundenlanges Feuer in einem der größten Krankenhäuser des Landes in Johannesburg, das evakuiert und für mindestens sieben Tagen gesperrt ist.

Am Montag wurde bekannt, dass die strukturellen Schäden an den Stützpfeilern eine längere Schließung des Charlotte-Maxeke-Hospitals nötig machen könnten.

Dieser Brand war am Freitagmorgen in einem Lagerraum für medizinisches Gerät ausgebrochen. Das für über 1000 Betten ausgelegte Hospital ist eines der größten Krankenhäuser der Millionenstadt.

Die Löscharbeiten wurden erschwert durch Probleme mit Wasserhydranten.

Titelfoto: Bildmonatge: Nardus Engelbrecht/AP/dpa,AP/dpa

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