Vertuschte Vergewaltigung? Airbnb zahlte Opfer 7 Millionen Dollar!

New York - Es klingt wie eine Szene aus einem Horrorfilm: Eine Frau bucht mit Freunden eine Wohnung, um dort Urlaub zu machen. Doch im Bad wartet ein Mann auf sie, welcher sie vergewaltigt. Die grauenvolle Schilderung ist leider bittere Realität.

Das Logo des weltweit agierenden Unternehmens Airbnb. Offenbar gab es weitere Vorfälle, die vertuscht werden sollten, wie "Bloomberg" berichtet.
Das Logo des weltweit agierenden Unternehmens Airbnb. Offenbar gab es weitere Vorfälle, die vertuscht werden sollten, wie "Bloomberg" berichtet.  © 123RF/inkdrop

Es sollte ein wundervoller Trip werden: Ende des Jahres 2015 machte sich eine Australierin mit ihren Freunden auf, Silvester in New York zu feiern.

Dabei buchten sie eine Wohnung im Stadtgebiet Manhattan über Airbnb, der weltweit agierenden Plattform für Unterkünfte.

Doch der Trip sollte sich zum absoluten Horror entwickeln. Wie erst jetzt bekannt wurde, wurde die heute 29-Jährige damals vergewaltigt.

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Das fand das Magazin Bloomberg heraus und berichtete von dem Versuch von Airbnb, die Vergewaltigung mittels einer Millionenzahlung zu vertuschen. Somit sollte wohl ein PR-Desaster vermieden werden.

Was war geschehen? An jenem Neujahrstag kehrte die Australierin nach ausgiebigem Feiern als erste ihrer Freunde in die gemietete Wohnung zurück. Dort bemerkte sie den Fremden nicht sofort, welcher sich im Bad versteckt hatte.

Wenig später kletterte dieser hervor, bedrohte die Reisende mit einem Messer und vergewaltigte sie anschließend. Der Mann flüchtete nach der Tat.

Die Polizisten waren schnell zur Stelle, nachdem das Vergewaltigungsopfer ihre Freunde informiert hatte.

Opfer möchte anonym bleiben - Airbnb schweigt zu den Vorwürfen

Erfolg um jeden Preis? Brian Chesky, Mitbegründer und CEO von Airbnb, machte das Unternehmen mit Partnern seit dem Gründungsjahr 2008 groß. (Archivbild)
Erfolg um jeden Preis? Brian Chesky, Mitbegründer und CEO von Airbnb, machte das Unternehmen mit Partnern seit dem Gründungsjahr 2008 groß. (Archivbild)  © Eric Risberg/AP/dpa

Der Täter kehrte wenig später zu dem Ort des Geschehens zurück. Dort wurde er gestellt. Bei der Durchsuchung seines Rucksacks fanden die Beamten Wohnungsschlüssel zu den Räumlichkeiten, was erklärte, weshalb er sich im Bad verstecken konnte.

Anscheinend hatte er die Schlüssel der Wohnung nachmachen lassen. Ob er ebenfalls früher Mieter gewesen war, ist nicht bekannt.

Nachdem der Anbieter Airbnb informiert worden war, handelten diese umgehend. Sie brachten die Australierin in ein anderes Hotel und ließen auch ihre Mutter aus ihrem Heimatland einfliegen.

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Der Vorfall landete vor Gericht. Doch die Medien berichteten nicht groß darüber. Denn der Name Airbnb tauchte bei der Verhandlung nicht auf.

Damit das so blieb, zahlte das Unternehmen zwei Jahre später sieben Millionen Dollar (ca. 5,8 Millionen Euro) an die Frau. Im Gegenzug unterzeichnete sie eine Vereinbarung, nicht über den Vergleich zu sprechen.

Sie hielt sich an die Vereinbarung. Denn der Vorfall wurde nur aufgrund von Recherchen des Magazins Bloomberg aufgedeckt. Das Opfer möchte weiter anonym bleiben. Auch Airbnb schweigt bislang.

Kein Einzelfall: Airbnb ist kein geschützter Raum vor Gewalttätern

Statt einer schönen Reise in einer angemieteten Unterkunft erwartete eine junge Frau das pure Grauen. (Symbolbild)
Statt einer schönen Reise in einer angemieteten Unterkunft erwartete eine junge Frau das pure Grauen. (Symbolbild)  © 123RF/piksel

Bloomberg geht weiter und listet viele weitere Vorfälle auf, in denen Airbnb versucht haben soll, Gräueltaten zu vertuschen, angefangen von Gewalt bis hin zur Entdeckung von Leichenteilen in den Räumlichkeiten.

Extra angestellte Agenten würden sich darum kümmern, dass diese Vorfälle keinen Weg an die Öffentlichkeit finden. Nicht immer gelingt das, wie eine Schießerei in einem Airbnb-Apartment in Florida 2020 zeigt.

Bleibt zu hoffen, dass Airbnb nun damit beginnt, für seine Gäste ein wenig mehr Sicherheit zu gewährleisten.

Titelfoto: Bildmontage: 123RF/inkdrop, 123RF/piksel

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