Nächstes Unternehmen von Corona bedroht: Brooks Brothers meldet Insolvenz an

New York - Aufgrund der Corona-Krise müssen viele Kleidungsgeschäfte ihre Läden schließen oder Insolvenz anmelden. Auch der über 100 Jahre alte Herrenausstatter Brooks Brothers ist nun von Existenznot betroffen.

Die Corona-Krise bringt mit dem über 200 Jahre alten Herrenausstatter ein weiteres traditionsreiches US-Unternehmen in Existenznot.
Die Corona-Krise bringt mit dem über 200 Jahre alten Herrenausstatter ein weiteres traditionsreiches US-Unternehmen in Existenznot.  © Mark Lennihan/AP/dpa

Die Kette beantragte am Mittwoch Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzgesetzes. Die Covid-19-Pandemie habe das Geschäft enorm belastet, erklärte eine Sprecherin. Zuvor hatte die Krise bereits andere bekannte Namen des US-Einzelhandels wie das Edelkaufhaus Neiman Marcus, die Warenhauskette J.C. Penney oder J. Crew in die Insolvenz gezwungen.

Brooks Brothers betonte indes, dass der Antrag auf Gläubigerschutz nicht bedeute, dass der Geschäftsbetrieb eingestellt oder das Unternehmen liquidiert werde. Es gehe vor allem darum, Wege zu neuen Finanzmitteln zu eröffnen und den Verkauf der Firma zu erleichtern. 

Laut US-Medien gibt es reges Interesse von Investoren. Das New Yorker Unternehmen wurde im Jahr 1818 gegründet und hat nach eigenen Angaben rund 500 Filialen weltweit, etwa 250 davon in Nordamerika. Brooks Brothers bezeichnet sich selbst als den ältesten US-Einzelhändler.

Der betagte Herrenausstatter, der Generationen von US-Politikern und -Investmentbankern mit Nadelstreifenanzügen und Krawatten versorgte, steckt schon länger in der Krise. Der Trend zu lockereren Dresscodes und verschärfte Konkurrenz setzten Brooks Brothers schon vor der Corona-Pandemie zu. 

Bereits im vergangenen Jahr lotete das Management deshalb mit Finanzberatern verschiedene strategische Optionen für eine Neuaufstellung aus - inklusive eines Verkaufs des Geschäfts. Dieser Prozess soll nun über ein Bieterverfahren laufen.

Titelfoto: Mark Lennihan/AP/dpa

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