Wegen Corona-Bestimmungen: Todkranker Junge (3) darf nicht zu Hause sterben

Ipswich/ Melbourne (Australien) - Der kleine Thomas Collins aus Australien musste mit seinen drei Jahren schon viele Entbehrungen auf sich nehmen, denn er verbrachte fast sein ganzes Leben im Krankenhaus. Schuld daran war eine schwere Störung seines Immunsystems, die dazu führte, dass jeder Keim ihn hätte umbringen können. Und genau das trat letztlich doch ein.

Thomas' Eltern mussten mit ihrem Sohn harte Zeiten überstehen.
Thomas' Eltern mussten mit ihrem Sohn harte Zeiten überstehen.  © Screenshot/Facebook/Tom's battle against SCID

858 Tage verbrachte der dreijährige Thomas im Krankenhaus - fast ausschließlich in einem speziellen Zimmer, in dem er isoliert von äußeren Einflüssen war. Denn der kleine Junge litt an der Immunerkrankung SCID, bei der die T-Helferzellen nicht richtig arbeiten und die weißen Blutkörperchen versagen.

Auch eine Knochenmark-Transplantation musste der kleine Thomas über sich ergehen lassen - doch alle Maßnahmen halfen nichts, das Immunsystem des Dreijährigen war zu geschwächt.

Aber nicht nur Thomas musste viel Leid ertragen, auch für seine Eltern war der Überlebenskampf täglich von Trauer und Leid geprägt. Vor einigen Wochen bekam Thomas dann eine Infektion - vermutlich durch einen Keim. Er musste sich einer Operation am Gehirn unterziehen und wurde ins künstliche Koma versetzt.

An diesem Punkt war klar, dass sich der kleine Kämpfer von diesen Strapazen nicht mehr erholen würde, und es trat schließlich ein, was leider eintreten musste: Thomas starb. "In tiefster Trauer und mit gebrochenem Herzen müssen wir euch sagen, dass Thomas heute Abend gestorben ist", zitiert Daily Mail seine Eltern Leah und Morgan Collins.

Spendenaktion soll bei Thomas' Beerdigung helfen

Noch vor Thomas' Tod wollten seine Eltern mit ihm aus der Klinik in Melbourne ins heimische Ipswich (Queensland) fliegen, um ihren Sohn noch ein letztes mal bei sich zu Hause zu haben und ihm in heimischer Atmosphäre seine letzten Tage so angenehm, wie möglich zu machen.

Doch das wurde der trauernden Familie untersagt - wegen den aktuellen Corona-Bestimmungen in Australien. Demnach hätte sich die Familie bei einem Rückflug in zweiwöchige Quarantäne begeben müssen.

Thomas wäre mit seinen Eltern in einem Hotelzimmer isoliert gewesen, und diese hätten jeden dieser Tage mit ihrem todkranken Jungen verbringen und damit rechnen müssen, dass er vor ihren Augen stirbt.

Um Thomas nach Hause in Ipswich zu fliegen und ihn dort zu beerdigen, hat seine Familie nun eine Spendenaktion ins Leben gerufen, die sie auch auf Facebook teilten. Denn Thomas' Krankheit machte der Familie nicht nur seelisch, sondern auch finanziell schwer zu schaffen.

So kann es der Familie vielleicht ermöglicht werden, ihren kleinen Thomas wieder bei sich zu haben, auch wenn sie ihn nie mehr umarmen können.

Titelfoto: Screenshot/Facebook/Tom's battle against SCID

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