"Wohngebiete als Kampfzone": Zahl der Toten in Myanmar steigt auf 320

Myanmar - Die Zahl der Toten durch die Militärgewalt in Myanmar steigt weiter. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP sind in den knapp acht Wochen seit dem Putsch vom 1. Februar mindestens 320 Menschen gestorben, davon elf allein am Donnerstag.

Mandalay: Anwohner zeigen den Dreifingergruß während einer Demonstration gegen die Militärjunta.
Mandalay: Anwohner zeigen den Dreifingergruß während einer Demonstration gegen die Militärjunta.  © Uncredited/AP/dpa

In Taunggyi im zentralen Shan-Staat seien vier Zivilisten erschossen und viele weitere verletzt worden, als Einsatzkräfte "Wohngebiete in eine Kampfzone" verwandelten, hieß es in einer Mitteilung.

Soldaten seien auch in Häuser eingedrungen und hätten viele überwiegend junge Leute festgenommen, so AAPP. Die Zahl der Inhaftierten seit dem Umsturz stieg auf insgesamt knapp 3000.

Weitere Tote gab es am Donnerstag in der nördlichen Region Mandalay, im zentralen Sagaing und im südlichen Bago. Auch am Freitag hielten die landesweiten Proteste gegen die Junta an.

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"Dieser Krieg ist erst zu Ende, wenn wir ihn gewonnen haben", sagte ein Aktivist, der anonym bleiben wollte, bei einer Demo in der Nähe der berühmten Sule-Pagode in der größten Stadt Yangon (früher: Rangun). "Wir hören nicht auf, bis es Freiheit und Gerechtigkeit gibt."

Im früheren Birma geht die neue Militärführung seit Wochen mit zunehmender Härte gegen jeden Widerstand vor. Die Demonstranten fordern die Freilassung und Wiedereinsetzung der faktischen Regierungschefin Aung San Suu Kyi, die seit dem Putsch im Hausarrest sitzt.

Ein buddhistischer Mönch (M.) benutzt ein Fernglas, während er mit anderen Männern hinter einer Straßenabsperrung hockt.
Ein buddhistischer Mönch (M.) benutzt ein Fernglas, während er mit anderen Männern hinter einer Straßenabsperrung hockt.  © Uncredited/AP/dpa

Die USA und Großbritannien hatten am Donnerstag weitere Sanktionen verhängt, die auf die wirtschaftlichen Ressourcen des neuen Führungsapparats abzielen. Die Generäle zeigen sich von allen Appellen und Maßnahmen bislang unbeeindruckt.

Titelfoto: Uncredited/AP/dpa

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