Zehntausende Bauern gehen in diesem Land auf die Straße: Das ist der Grund

Indien - Neue Strukturen, höhere Abgaben: Indiens Landwirte wehren sich gegen eine tiefgreifende Veränderung der heimischen Landwirtschaft.

Ein brennender Traktor steht auf einer Straße in der Region Punjab.
Ein brennender Traktor steht auf einer Straße in der Region Punjab.  © Twitter Screenshot @Uttam03729809

Mit solch massiven Protesten hatte die Regierung des 1,3-Milliarden-Landes dann wohl doch nicht gerechnet.

Mit einem Gesetz namens "Essential Commodities Act" sollen Indiens Agrarmärkte neu ausgerichtet werden und bedeutende strukturelle Veränderungen erfahren.

Das neue Gesetz soll die Handelsbeziehungen zwischen Landwirten und Einzelhändlern erleichtern, berichtet Al Jazeera.

Indiens Opposition befürchtet jedoch, dass die Verhandlungsmacht der Bauern dadurch verringert wird. Großhandelsmärkte, die faire und pünktliche Zahlungen an die Landwirte gewährleisten, würden per Gesetz geschwächt werden, was am Ende der gesamten staatlichen Wirtschaft schaden würde.

Zugleich ist der Essential Commodities Act mit tiefgreifenden Reformen verbunden, auf die sich viele Bauern nicht ausreichend vorbereitet fühlen. Dazu gehören laut mint auch Investitionsforderungen und höhere Steuern.

Bislang konzentrierten sich die Proteste der Farmer größtenteils auf den Nordwesten Indiens, auf Punjab und Haryana. Doch auch in den anderen Bundesstaaten regt sich zunehmend Widerstand.

Landwirte gehen auf die Straße: Bauernproteste in Indien weiten sich aus

Kritik wird auch daran geäußert, dass über das neue Gesetz nicht demokratisch abgestimmt wurde. Weder das indische Parlament noch die zahlreichen Bauern hätten Mitspracherecht gehabt, kritisiert die Opposition.

Nun kommt es, wie es kommen musste: Immer mehr Farmer protestieren auf den Straßen Indiens, blockieren sie mit ihren Traktoren und halten Transparente und Plakate hoch. Zehntausende Landwirte haben sich den größtenteils friedlichen Protesten laut Schätzungen lokaler Medien mittlerweile angeschlossen.

Titelfoto: Twitter Screenshot @Uttam03729809

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