Jisildis, Laurelie und Sonek: Vornamen werden immer vielfältiger

Wiesbaden - Für die meisten Eltern soll der Vorname des Kindes etwas ganz Besonderes sein. Da werden Bücher gewälzt oder Vornamens-Internetportale durchgeklickt - und auch mal die eigene Fantasie bemüht.

Frauke Rüdebusch ist Expertin für Vornamen. Sie berät Eltern bei der Anerkennung von ungewöhnlichen Vornamen.
Frauke Rüdebusch ist Expertin für Vornamen. Sie berät Eltern bei der Anerkennung von ungewöhnlichen Vornamen.  © Handout/GfdS/dpa

"Man stellt schon fest, dass die Eltern mehr Energie als früher in die Wahl des Vornamens stecken", sagt Namens-Expertin Frauke Rüdebusch von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden.

Die Folge: Es gibt immer mehr Vornamen. "Wir haben knapp zehn Millionen einzelne Namen in unserer Datenbank, und jedes Jahr kommt gut eine Million neue Namen hinzu", sagt sie.

Neu geschöpfte Vornamen wie Bennimilia, Jisildis, Julix, Laurelie oder Sonek beispielsweise. "Die klingen wie Namen und man erkennt auch in der Regel, ob es ein Name für ein Mädchen oder einen Jungen ist", erklärt die Linguistin.

Dies sei eine wichtige Voraussetzung für die Anerkennung eines Fantasienamens. Denn nicht immer schaffen es Vornamen in die Liste der Standesämter: In Zweifelsfällen werden dann die Namensforscher der GfdS um Rat gefragt.

Sie prüfen - und manchmal werde dann auch eine Ablehnung empfohlen, erzählt Rüdebusch. Zum Beispiel bei Kiddo, Maybee, Berate und Churasko.

Insgesamt würden zwischen fünf bis zehn Prozent der Anfragen nicht empfohlen. "Lamborghini haben wir abgelehnt. Ebenso wie Corvette, Borussia und Lucifer. Oder Namen wie König, Graf oder Prinz", sagt Rüdebusch. Adelsbezeichnungen gingen prinzipiell nicht. Bei rund der Hälfte der Ablehnungen werde aber mit den Eltern ein Kompromiss erarbeitet.

ür die meisten Eltern soll der Vorname des Kindes etwas ganz Besonderes sein. (Symbolbild)
ür die meisten Eltern soll der Vorname des Kindes etwas ganz Besonderes sein. (Symbolbild)  © Fabian Strauch/dpa

Im Schnitt beläuft sich die Zahl der Namen, die in einem Jahr nur einmal vergeben werden, auf fünf Prozent.

Titelfoto: Fabian Strauch/dpa

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