Oma bringt ihre eigenen Enkelkinder zur Welt

Illinois - Als Micaela Gump-Johnson (28) die Diagnose Krebs erhielt, brach für sie eine Welt zusammen. Nach der Behandlung würde sie unfruchtbar sein. Doch ihre eigene Mutter bot ihr an, als Leihmutter auszuhelfen.

Sheila Gump lächelt mit ihren Enkelkindern in die Kamera.
Sheila Gump lächelt mit ihren Enkelkindern in die Kamera.  © Facebook/sheila.gump

Micaela hatte bereits mit 20 Jahren einen Sohn bekommen. Drei Jahre später versuchte sie erneut schwanger zu werden.

Gegenüber der britischen Zeitschrift "The Sun" verrät sie, wie ihr sehnlichster Wunsch zunächst verpuffte. Die Amerikanerin dachte, sie hätte eine Pilzinfektion und suchte einen Arzt auf. Doch dieser vermutete Schlimmeres und ließ die damals 23-Jährige intensiv durchchecken. Wenige Zeit später wurde der jungen Mutter die Diagnose Krebs mitgeteilt. 

"Wie soll ich es meiner Mama erzählen?", war einer ihrer größten Sorgen. Denn Sheila Gump (44) hatte ihre Tochter bereits mit 16 Jahren bekommen. Die beiden waren eher wie Geschwister. Sie wohnten nur eine Stunde voneinander entfernt und sprachen täglich miteinander.

Sheila reagierte souverän: "Ich liebe dich. Wir stehen das durch." Bei kommenden Arztbesuchen wurden die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten besprochen. Micaela wollte den Krebs unbedingt aus sich entfernt haben. Doch sobald die Heilung beginnen würde, wäre sie unfruchtbar. Ihre einzige Chance, weitere Kinder zu erhalten, wäre es, sofort Embryos zu kreieren. 

Ihre Mutter versuchte Micaela zu überzeugen, dies durchzuführen. Doch die junge Frau erwiderte "Aber Ma, selbst wenn wir Embryos erschaffen, wir können uns keine Leihmutter leisten." Sheila zögerte keine Sekunde. Sie bot an, die Leihmutter für ihre eigenen Enkelkinder zu sein.

Per Kaiserschnitt kamen die Zwillinge zur Welt

Stolz hält Micaela ihre drei Kinder im Arm.
Stolz hält Micaela ihre drei Kinder im Arm.  © Facebook/micaela.gumpjohnson

Micaela willigte ein. Es war eine Hoffnung, an die sie sich während der Krebs-Therapie klammerte. Sollte sie diese überstehen, würden sie ihrer Mutter die Embryos einpflanzen. Diese würde dann die Schwangerschaft austragen.

Die junge Frau überstand die Therapie und war nur wenige Monate später krebsfrei.  Sheilas Behandlung konnte beginnen. Die Ärzte gaben das Okay für die damals 42-jährige Frau.

Es funktionierte. Sheila wurde schwanger. Für die kommenden Zeit war Micaela stets an der Seite ihrer Mutter. Es sei manchmal schwierig für sie gewesen, den wachsenden Bauch ihrer Mama zu sehen, sagt sie. Zunächst verschwieg sie die Schwangerschaft vor ihren Freunden. Doch als sich herausstellte, dass es Zwillinge waren, ein Mädchen und ein Junge, erzählte sie es stolz weiter. Natürlich mit dem Vermerk, dass ihre Mutter die Kinder austrug.

Einige waren begeistert, andere waren schockiert. Doch Micaela ließ sich davon nicht beeinflussen. Die Geburt fand schneller statt als geplant. Micaelas Mann konnte leider nicht an ihrer Seite sein. Mittels Kaiserschnitt kamen Logan und McKinley zur Welt. Die junge Frau hielt den Kopf ihrer Mutter während des gesamten Vorganges in ihren Händen.

Als sie ihre Kinder in den Armen hielt, war sie von der Liebe überwältigt. Zwischen den beiden war sofort eine Bindung vorhanden. Micaela ist ihrer Mutter unendlich dankbar, dass diese ihren eigenen Körper zur Verfügung stellte, um die Zwillinge zur Welt zu bringen.

Sheila gibt zu, dass die Schwangerschaft für sie nicht immer einfach verlief. Ihr Kopf wisse, dass es nicht ihre Kinder sind, doch ihr Körper nicht. Jedoch sieht sie die ausgetragenen Babys als normale Enkelkinder an. 

"Jede Sekunde dieser Achterbahnfahrt war es wert. Es ist unglaublich zu wissen, dass ich eine Rolle dabei spielte, die beiden zur Welt zu bringen." Die Zwillinge leben bei Micaela, deren Mann und ihrem Erstgeborenen. Die gesamte Familie hat nach wie zuvor einen guten Draht zueinander.

Titelfoto: Facebook/sheila.gump

Mehr zum Thema Baby:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0