100.000 Kinder vom Hungertod bedroht: In diesem Land verschlechtert sich die Lage dramatisch

Jemen - Im Bürgerkriegsland Jemen sind nach Einschätzung der Vereinten Nationen rund 100.000 Kinder unter fünf Jahren vom Hungertod bedroht. In einigen Regionen sei fast jedes dritte Kind unterernährt, teilte das UN-Welternährungsprogramm (WFP) am Dienstag in Genf mit.

Ein Junge zeigt ein Bündel Sorghumhirse während der Erntezeit in der Provinz Amran.
Ein Junge zeigt ein Bündel Sorghumhirse während der Erntezeit in der Provinz Amran.  © Mohammed Mohammed/XinHua/dpa

"Eskalierende Konflikte und wirtschaftlicher Niedergang sowie die überwältigenden Auswirkungen der Covid-19-Pandemie haben eine bereits erschöpfte Bevölkerung an den Rand des Abgrunds gedrängt", hieß es.

Generell wachse die Not der Menschen dramatisch. Die Versorgung mit Essen sei inzwischen für mehrere Millionen Menschen in verschiedenen Regionen sehr unsicher, sagte ein UN-Sprecher.

Allein für die nächsten sechs Monate würden rund 500 Millionen Dollar gebraucht, um die Menschen durchzubringen. Die Situation habe sich durch die rasant steigenden Lebensmittelpreise noch einmal zugespitzt.

Die Intensität der Kämpfe habe zum Leidwesen der Zivilisten wieder zugenommen, hieß es. Manche Bürger seien inzwischen drei- oder gar vier Mal vor Kämpfen geflohen.

Verschlimmert werde die Lage noch durch den Ausbruch von Krankheiten. Laut Weltgesundheitsorganisation grassieren unter anderem die Masern. Das Gesundheitssystem liege am Boden.

Bürgerkrieg, Krankheiten und Hunger: Die Lage im Jemen ist katastrophal

Unbekannte jemenitische Mädchen spielen am Rande einer Straße auf der Insel Sokotra.
Unbekannte jemenitische Mädchen spielen am Rande einer Straße auf der Insel Sokotra.  © Anton Ivanov/123RF
Jemenitische Gefangene, die von Huthis festgehalten wurden, gehen nach ihrer Ankunft über den Flughafen in der südlichen Stadt Aden.
Jemenitische Gefangene, die von Huthis festgehalten wurden, gehen nach ihrer Ankunft über den Flughafen in der südlichen Stadt Aden.  © Wail Shaif/dpa

Fast 80 Prozent der Bevölkerung - mehr als 24 Millionen Menschen - benötigen laut UN Schutz oder humanitäre Hilfe in irgendeiner Form. Die nötigen Gelder von rund 3,2 Milliarden Dollar für 2020 seien aber erst knapp zur Hälfte eingegangen.

Im Jemen kämpft ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis seit 2015 an der Seite der Regierung gegen die Huthi-Rebellen. Sie kontrollieren heute die Hauptstadt Sanaa sowie große Gebiete vor allem im Norden und im Westen.

Titelfoto: Wail Shaif/dpa, Anton Ivanov/123RF

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