Ärztekammer-Präsidentin fordert: Jugendliche und junge Eltern schneller impfen

Hannover - Niedersachsens Ärztekammerpräsidentin Martina Wenker (62) hat gefordert, Jugendliche und junge Eltern bei den Corona-Impfungen vorzuziehen.

Martina Wenker (62), Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen und Fachärztin für Innere Medizin.
Martina Wenker (62), Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen und Fachärztin für Innere Medizin.  © Holger Hollemann/dpa

Im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) sprach Wenker von einer "Frage der Generationengerechtigkeit", weil neben den alten Menschen besonders Junge die stärksten Einschränkungen hinnehmen müssten.

"Seit gut einem Jahr ist deren Leben fast auf null gefahren; kein ordentlicher Schulunterricht mehr, kein Sport und so weiter."

Es sei den jungen Menschen gegenüber nicht gerecht, wenn nun mittelalten Menschen durch die Impfung der Sommerurlaub auf Mallorca ermöglicht werde, wohingegen sie selbst sich weiter einschränken müssten.

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Wenker schlug vor, Jugendliche ab 16 zu impfen. Mangels Impfstoff für Kinder sollten darüber hinaus deren Eltern geimpft werden, um gleichsam auch den Kindern eine Rückkehr in einen Post-Corona-Alltag zu ermöglichen.

"Wir müssen einen Schutzwall um die Kinder bauen: Lehrer und Erzieher werden bereits geimpft, kommen auch noch die Eltern hinzu, dann steht der Schutzwall."

Dann sei sichergestellt, dass infizierte Kinder ihre Eltern nicht anstecken könnten. Denn bei diesen sei die Chance auf einen schweren Krankheitsverlauf deutlich höher als bei den Kindern selbst, die in der Regel nicht schwer an Corona erkrankten.

Wenker regte an, für Jugendliche und junge Eltern eine vierte Priorisierungsgruppe zu schaffen, bevor dann die Impfungen für alle freigegeben werden.

Titelfoto: Holger Hollemann/dpa

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