Australische Impf-Kampagne sorgt mit Horror-Video für entsetzte Reaktionen

Sydney (Australien) - Um die Bevölkerung vom Nutzen der Corona-Impfung zu überzeugen, greift die australische Regierung zu fragwürdigen Mitteln.

Mit derart drastischen Bildern will die australische Regierung ihre Bürger zum Impfen animieren.
Mit derart drastischen Bildern will die australische Regierung ihre Bürger zum Impfen animieren.  © Australian Government Department of Health

Eine junge Frau liegt in einem Krankenbett und blickt verängstigt. In ihren Nasenlöchern hängt ein Kunststoffschlauch.

Ihre Atmung ist schwer, sie scheint kaum noch Luft zu bekommen.

Dann schaut sie direkt in die Kamera, der Zuschauer erkennt die pure Verzweiflung in ihren Augen.

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Am Ende des 30-sekündigen Clips, der wohl den ein oder anderen Betrachter an einem Horrorfilm erinnern dürfte, wird der Schriftzug "Covid-19 can affect anyone" (deutsch: "Covid-19 kann jeden treffen") eingeblendet.

Die vor wenigen Tagen veröffentlichten Aufnahmen sind Teil der Kampagne der australischen Regierung zum Schutz vor Corona und sollen vor allem junge Menschen in New South Wales warnen und dazu bewegen, sich schnellstmöglich einen Impftermin zu besorgen.

Denn der Bundesstaat, zu dem auch die Metropole Sydney gehört, gilt wegen der sich ausbreitenden Delta-Variante als Corona-Hotspot.

Corona-Video der australischen Regierung stößt auf massive Kritik

Doch die Idee ging offensichtlich nach hinten los: Im Netz hagelte es zahlreiche negative Kommentare für den Clip.

Insbesondere die Tatsache, dass Menschen unter 40 in Australien noch gar keine Impfung mit dem von der Regierung empfohlenen Vakzin von Pfizer/BioNTech bekommen können, stieß einigen sauer auf.

So twitterte TV-Moderator Hugh Riminton (60): "Komplett daneben, so eine Anzeige zu schalten, während Australier in dieser Altersgruppe immer noch auf ihre verdammte Impfung warten müssen."

Australische Grenze seit März 2020 dicht

Bill Bowtell, der an der Universität New South Wales als Professor tätig ist und auch als Berater für strategische Gesundheitspolitik arbeitet, bezeichnete die Kampagne gegenüber CNN als "auf jede Art verkehrt". Die Aufnahmen seien weder geschmackvoll, noch gewähren sie einen realistischen Blick auf eine Infektion mit dem Virus.

Australien hat im Umgang mit dem weltweit grassierenden Virus von Beginn an eine eigene Strategie gefahren. So sind die Grenzen des Landes bereits seit März 2020 geschlossen.

Seit Ende Juni befinden sich die Bewohner von Sydney wieder in einem Lockdown und dürfen nur noch in Ausnahmefällen ihre Wohnungen verlassen.

Titelfoto: Australian Government Department of Health

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