Dritte Impfung notwendig? Das sagt die Stiko dazu

Berlin - Nach der Entscheidung zu einer dritten Corona-Impfdosis für ältere Menschen in Israel hat der Leiter der Ständigen Impfkommission (Stiko) bekräftigt, dass Auffrischimpfungen das Gremium weiter intensiv beschäftigen.

Eine 101-Jährige erhält ihre zweite Impfdosis. In Israel hätte die Frau in wenigen Monaten Anspruch auf eine Drittimpfung.
Eine 101-Jährige erhält ihre zweite Impfdosis. In Israel hätte die Frau in wenigen Monaten Anspruch auf eine Drittimpfung.  © dpa/BERNAMA/Mohd Asri Saifuddin Mamat

Die Experten brauchen für eine Empfehlung aber eine Datengrundlage, sagte Stiko-Chef Thomas Mertens (71) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Diese gebe es noch nicht.

Den unabhängigen Experten gehe es bei den Daten um zwei Aspekte: ob die messbare Immunantwort im Labor nachlasse und ob trotz Impfung vermehrt Infektionen mit Erkrankung aufträten.

Laboruntersuchungen zu Antikörperspiegeln gebe es bereits, diese erlaubten aber nicht die direkte Schlussfolgerung, dass auch die Schutzwirkung beim Menschen nachlässt, erläuterte Mertens.

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Es gehe auch noch um die Frage, welche Gruppen eine Auffrischung bekommen könnten: ob zum Beispiel Immunsupprimierte, Alte oder alle.

Der Virologe betonte weiter, dass nichts dagegen spreche, wenn ein Staat aus Fürsorgepflicht solche Impfangebote mache - auch ohne Evidenz. Aufgabe der Stiko seien jedoch Empfehlungen auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse. Insofern warte man eine Datengrundlage ab.

Wenn es Neuigkeiten gebe, werde die Stiko dies berücksichtigen, betonte Mertens.

Israel: Auffrischimpfung nach fünf Monaten für Über-60-Jährige

Israel hatte angesichts steigender Infektionszahlen als erstes Land mitgeteilt, 60-Jährigen und älteren Jahrgängen eine dritte Impfung gegen das Coronavirus zu geben.

Dies gelte für Patienten, die vor mindestens fünf Monaten ihre zweite Impfdosis erhalten haben, hieß es.

Titelfoto: dpa/BERNAMA/Mohd Asri Saifuddin Mamat

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