Impfstreit: Hubert Aiwanger will keine Radler-Spritze von der CSU

Unterwössen - Der impfskeptische Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger (50) will lieber keine Spritze vom Koalitionspartner CSU: Der Freie Wähler-Chef verweigerte am Mittwoch die Annahme einer Spritze, die ihm der CSU-Landtagsabgeordnete Klaus Steiner (67) überreichen wollte.

Hubert Aiwanger (50, Freie Wähler), stellvertretender Ministerpräsident und Staatsminister für Wirtschaft, Landentwicklung und Energie, nimmt an der Hauptalmbegehung teil.
Hubert Aiwanger (50, Freie Wähler), stellvertretender Ministerpräsident und Staatsminister für Wirtschaft, Landentwicklung und Energie, nimmt an der Hauptalmbegehung teil.  © Peter Kneffel/dpa

"Ich würde ihn gern heute mit einem Radler impfen", scherzte Steiner am Rande der Hauptalmbegehung in Unterwössen, wo beide mitliefen.

Steiner betonte, sein scherzhaftes Angebot habe einen ernst gemeinten Anlass: Ein stellvertretender Ministerpräsident habe Vorbildfunktion und sollte sich nach seiner Meinung gegen Corona impfen lassen.

"Da muss dann die Gaudi aufhören."

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Aiwanger und die CSU streiten seit Wochen, weil Aiwanger trotz der Impfappelle von Ministerpräsident Markus Söder (54) betont, dass der Verzicht auf eine Impfung ein grundlegendes Freiheitsrecht sei.

Zuletzt hatte CSU-Landtagsfraktionschef Thomas Kreuzer (62) dem Wirtschaftsminister nahe gelegt, auf den Titel des Vize-Ministerpräsidenten zu verzichten. Aiwanger hingegen argumentiert, dass Impfskeptiker und -gegner nicht unter Druck gesetzt werden dürften.

"Das ist genau das, was ich meine", sagte er anschließend zu Steiners Radlerspritze. "Es geht nicht nur um mich, es werden dann auch andere Leute am Stammtisch, in der Firma, im Verein mit passenden oder unpassende Dingen konfrontiert." Man sollte hier wirklich auch als Nicht-Geimpfter die Akzeptanz erfahren "und sich nicht ständig dafür rechtfertigen müssen".

Ansonsten war Aiwanger bemüht, den Impf-Streit nicht weiter anzuheizen: Er wolle das Thema nicht weiter vertiefen. "Die Koalition ist stabil", sagte er. "Die Arbeitsfähigkeit leidet in keiner Weise."

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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