Thrombosen: Johnson & Johnson liefert doch noch nicht in die EU!

New Brunswick (USA) - Nach Berichten über Thrombosen nach Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson empfiehlt die US-Gesundheitsbehörde einen Impfstopp. Der Konzern verzögert nun Marktstart seines Impfstoffs in Europa.

Eine Packung des "Johnson & Johnson"-Impfstoffs steht hinter einer solchen Ampulle bereit zum Impfen.
Eine Packung des "Johnson & Johnson"-Impfstoffs steht hinter einer solchen Ampulle bereit zum Impfen.  © dpa/AP/Mary Altaffer

Das teilte der US-Konzern am Dienstag mit. Man habe Berichte über Sinusvenenthrombosen erhalten und sich für die Verzögerung entschieden. Der Konzern arbeite nun mit Experten und den Gesundheitsbehörden an der Untersuchung der Fälle.

Zuvor hatten die Behörden in den USA eine vorübergehende Aussetzung der Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson empfohlen, nachdem bei sechs Menschen im Land nach der Impfung Sinusvenenthrombosen diagnostiziert worden waren.

Das teilten die Gesundheitsbehörde CDC und die Arzneimittelbehörde FDA am Dienstag in einer gemeinsamen Stellungnahme mit. Die Fälle würden nun genauer untersucht.

Bis ein Ergebnis vorliege, werde als Vorsichtsmaßnahme die vorübergehende Aussetzung der Impfungen mit Johnson & Johnson empfohlen.

10 Millionen "Johnson & Johnson"-Impfdosen in Deutschland erwartet

Fläschchen des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson stehen in einer Apotheke.
Fläschchen des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson stehen in einer Apotheke.  © dpa/AP/David Zalubowski

Bislang seien mehr als 6,8 Millionen Dosen des Impfstoffes, der Ende Februar in den USA zugelassen worden war und von dem es nur eine Dosis braucht, in den USA gespritzt worden.

Derzeit würden sechs Fälle untersucht, bei denen es zwischen 6 und 13 Tagen danach zu Sinusvenenthrombosen gekommen sei. In drei Fällen sei zusätzlich eine Thrombozytopenie, also ein Mangel an Blutplättchen, gemeldet worden. Betroffen seien Frauen im Alter zwischen 18 und 48 Jahren.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte vergangene Woche mitgeteilt, Fälle von Thrombosen nach einer Impfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson zu prüfen.

Es seien vier ernsthafte Fälle von Blutgerinnseln aufgetreten, eine Person sei gestorben. Die Behörde hatte betont, dass ein Zusammenhang mit dem Impfstoff des US-Herstellers noch nicht festgestellt worden sei.

Am Montag hatte Johnson & Johnson mit der Lieferung seines im März zugelassenen Impfstoffes in die EU-Staaten begonnen. Die Brüsseler Behörde erwartet bis Ende Juni 55 Millionen Dosen des Impfstoffs. Gut 10 Millionen Dosen sollen nach Deutschland gehen.

Titelfoto: dpa/AP/Mary Altaffer

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