Kommt bald eine Mutante, die die Impfstoffe wirkungslos macht? Expertin gibt Ausblick!

London (England) - Kommt sie oder kommt sie nicht? Die "Super-Corona-Mutante", die sämtliche Impfstoffe umgeht und alle Erfolge der vergangenen Monate zunichtemacht? Die Biologin Sharon Peacock (62) geht momentan nicht davon aus!

Noch bieten alle Impfstoffe einen Schutz gegen das Coronavirus. Wird das so bleiben?
Noch bieten alle Impfstoffe einen Schutz gegen das Coronavirus. Wird das so bleiben?  © Wolfgang Kumm/dpa

Experten und Expertinnen "haben bisher keinen Hinweis" auf eine Covid-Variante gesehen, die sich der Wirksamkeit von Impfstoffen vollständig entziehen könne. Das sagte die Mikrobiologin von der Universität Cambridge laut Mirror.

Sharon Peacock, die das COVID-19 Genomics UK Consortium (COG-UK) leitet, machte sogar Hoffnung, dass die Möglichkeit bestehe, dass das Virus tatsächlich weniger ansteckend werde.

Die Forscherin, die im Vereinigten Königreich für die Suche nach den Virusvarianten zuständig ist, schränkte ein, dass sich das jedoch noch zehn Jahre lang hinziehen könnte.

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Auf die Frage, ob irgendwo auf der Welt eine Variante auftauchen werde, die gegen aktuelle Impfstoffe resistent sei, sagte Peacock im Gespräch mit Times Radio: "So würden wir es nennen, eine Variante von großer Besorgnis."

"Wir haben so etwas bisher noch nicht gesehen und die Frage, die Sie stellen, ist in vielerlei Hinsicht die Millionen-Dollar-Frage. Jeder möchte wissen, wie wahrscheinlich es ist und wann es wahrscheinlich wird, wenn überhaupt."

Auffrischungen sehr wahrscheinlich nötig

Pfizer-Chef Albert Bourla (59) rechnet mit regelmäßigen Impfungen.
Pfizer-Chef Albert Bourla (59) rechnet mit regelmäßigen Impfungen.  © Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa

In einem neuen Gespräch mit Sky News äußerte sich die 62-Jährige ebenfalls zur die Zukunft des Virus und der Impfstoffe. Dort sagte sie: "Wir werden eine Position erreichen, in der wir damit leben, wie wir es mit anderen Viruserkrankungen tun, aber das wird einige Zeit dauern."

Ähnlich wie andere Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen geht auch Peacock davon aus, dass die Menschheit in den kommenden Jahren immer wieder Impf-Auffrischungen brauchen werde, um neuen Corona-Mutanten etwas entgegenzusetzen.

Pfizer-Chef Albert Bourla (59) hatte sich bereits im April ähnlich geäußert und gesagt: "Ein wahrscheinliches Szenario ist, dass es die Notwendigkeit einer dritten Dosis geben wird, irgendwo zwischen sechs und zwölf Monaten. Und danach eine jährliche Neu-Impfung, aber all das muss noch bestätigt werden."

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Daran, dass die aktuell in Indien wütende Corona-Mutante die Impfstoffe aushebeln könnte, hegt Sharon Peacock indessen große Zweifel.

"Derzeit gibt es keine Beweise dafür, dass die in Indien beschriebene Variante, die wir B.1.617 nennen, gegen den Impfstoff resistent ist. Es muss noch viel mehr Arbeit geleistet werden", so die Britin.

"Sehr frühe Arbeiten legen nahe, dass sie nicht so widerstandsfähig ist wie beispielsweise die zuerst in Südafrika beschriebene Variante."

Fazit: Derzeit scheinen alle Impfstoffe gegen die diversen Corona-Mutanten etwas ausrichten zu können. Die Chancen, dass das so bleibt, stehen nach aktuellem Stand recht gut.

Titelfoto: Wolfgang Kumm/dpa

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