Millionen betroffen: NRW stoppt AstraZeneca-Impfungen für alle unter 60!

Düsseldorf - Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium hat einen sofortigen Stopp der Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von AstraZeneca für Männer und Frauen unter 60 Jahren erlassen.

In NRW werden Impfungen mit AstraZeneca für unter 60-Jährige vorerst ausgesetzt.
In NRW werden Impfungen mit AstraZeneca für unter 60-Jährige vorerst ausgesetzt.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Das sagte eine Ministeriumssprecherin am Dienstag auf Anfrage.

Hintergrund sind Hirnvenenthrombosen, die zuletzt im zeitlichen Zusammenhang mit Impfungen aufgetreten waren, vorwiegend bei Frauen unter 55.

Auch bundesweit soll das Präparat voraussichtlich nur noch für Menschen über 60 Jahre empfohlen werden.

Das geht aus einem Beschlussentwurf der Ständigen Impfkommission (Stiko) hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Am Abend wollten Kanzlerin Angela Merkel (66) und Gesundheitsminister Jens Spahn (40) (beide CDU) mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer über den weiteren Umgang mit dem AstraZeneca-Impfstoff beraten.

In Deutschland sind laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bislang 31 Fälle einer Sinusvenenthrombose nach Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca bekannt. In neun Fällen war der Ausgang tödlich, wie das für die Sicherheit von Impfstoffen zuständige Institut berichtete.

NRW-Gesundheitsministerium setzt auf BionTech und Moderna

Statt AstraZeneca wird in NRW nun auf BionTech und Moderna zurückgegriffen, hieß es.
Statt AstraZeneca wird in NRW nun auf BionTech und Moderna zurückgegriffen, hieß es.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Das NRW-Gesundheitsministerium betonte zugleich, dass Impfungen mit den Wirkstoffen von BionTech/Pfizer und Moderna weitergingen.

Bei Impfterminen, für die eigentlich das Präparat von Astrazeneca vorgesehen war, komme ab dem 1. April das Vakzin von Biontech/Pfizer oder jenes Moderna zum Einsatz. Ausgefallene Termine sollten umgehend nachgeholt werden.

Zuvor hatten sich bereits die Leiter von fünf der sechs Uni-Kliniken in Nordrhein-Westfalen in einem gemeinsamen Brief für den vorläufigen Stopp von Impfungen jüngerer Frauen mit dem Wirkstoff von AstraZeneca ausgesprochen.

Das Risiko von weiteren Todesfällen sei zu hoch, heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

In dem zweiseitigen Schreiben, das von den Ärztlichen Direktoren der fünf Kliniken unterzeichnet wurde, wird Bezug auf die bislang bekannten Verdachtsfälle von Thrombosen nach AstraZeneca-Impfungen genommen.

Die Experten stellen dann die Todesfälle durch Covid-19 bei 20- bis 29-jährigen Frauen den potenziell lebensbedrohlichen Impfkomplikationen in derselben Altersgruppe gegenüber.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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