Nach Vorschlag von Lauterbach: Zweifach-Geimpfte nicht länger "vollständig geimpft"!

Berlin - Seit Dienstag werden Zweifach-Geimpfte vom Robert-Koch-Institut (RKI) nicht mehr als "vollständig geimpft" ausgewiesen. Stattdessen gelten sie nun als "Grundimmunisierte".

Laut Gesundheitsminister Karl lauterbach (58, SPD) genießt man erst nach der dritten Impfung einen vollständigen Schutz.
Laut Gesundheitsminister Karl lauterbach (58, SPD) genießt man erst nach der dritten Impfung einen vollständigen Schutz.  © Kay Nietfeld/dpa

Damit geht die Leitforschungseinrichtung der deutschen Bundesregierung auf einen Vorschlag von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) ein.

Der Mediziner erklärte am vergangenen Wochenende, dass eine vollständige Impfung aus drei Dosen bestehe und sich daran auch die Impfpflicht orientieren müsse, wie das RND berichtete.

Dieser Definition folgte das RKI nun und passte das Impfquotenmonitoring entsprechend an. Bis einschließlich Montag existierten bei der Quotenauflistung des Instituts bloß die Kategorien "Impfquote mindestens einmal geimpft" und "Impfquote vollständig geimpft", nun heißt die zweite Spalte jedoch "Impfquote grundimmunisiert".

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Dazu zählen laut Statistik auch Menschen, die eine Zweitimpfung mit Biontech, AstraZeneca, Moderna oder Novavax, eine Impfung mit Johnson&Johnson oder eine Impfung nach Genesung erhalten haben.

Während rund 60,5 Millionen Personen (72,8 Prozent der Bevölkerung) somit seit Dienstag als grundimmunisiert gelten, haben nur etwa 39,5 Millionen (47,6 Prozent) bislang eine Auffrischimpfung erhalten und genießen vollständigen Impfschutz.

Bis Montag hieß die Spalte "Gesamtzahl Grundimmunisierter" in der Auflistung des RKI noch "Gesamtzahl vollständig Geimpfter".
Bis Montag hieß die Spalte "Gesamtzahl Grundimmunisierter" in der Auflistung des RKI noch "Gesamtzahl vollständig Geimpfter".  © Screenshot/RKI

Außerdem weist das Institut darauf hin, dass die tatsächliche Impfquote bis zu fünf Prozentpunkte höher liegen könnte, da in den Impfzentren ein Meldedefizit herrscht.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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