Sachsen rührt die Werbetrommel für Ladenhüter AstraZeneca: DRK sitzt auf 52.000 Dosen

Leipzig - Erst heiß begehrt, jetzt Ladenhüter: Von Löbau bis Leipzig sind seit Tagen Tausende Impftermine sofort buchbar. Besonders unbeliebt: AstraZeneca. Die Gesundheitsministerin wirft die Werbetrommel an.

Impfen ja, aber bitte nicht mit AstraZeneca!?
Impfen ja, aber bitte nicht mit AstraZeneca!?  © dpa/Daniel Schäfer

"Wir sind froh, dass wir endlich in der Situation sind, jeder impfwilligen Bürgerin und jedem impfwilligen Bürger ein Impfangebot unterbreiten zu können", so DRK Sachsen-Sprecher Kai Kranich (37).

Das Schweizer Suchportal countee.ch listete Donnerstagnachmittag für den Freistaat insgesamt über 11.000 freie Impftermine auf. Die meisten Chancen gab es im Impfzentrum Riesa (1240 freie Termine). Aber auch in Dresden (976), Leipzig (1169) und Chemnitz (1119) - alle drei noch vor Wochen heiß umkämpft - waren Termine zu haben.

"Das Problem mit den Wartezeiten ist mehr oder weniger vorbei", bestätigte der Vorstands-Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS), Klaus Heckemann (64), auf TAG24-Nachfrage.

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Sind jetzt etwa nur noch Impfverweigerer übrig, denen freie Termine egal sind? Keineswegs: Laut dem Impf-Dashboard des Bundesgesundheitsministeriums sind bisher erst 46,1 Prozent der sächsischen Bevölkerung einmal geimpft. Das ist der letzte Platz im bundesweiten Vergleich.

Demgegenüber steht nach einer Studie der Uni Leipzig eine wesentlich höhere Quote von Impfwilligen (73 Prozent).

Zuerst heiß begehrt, jetzt Ladenhüter: Die AstraZeneca-Regale in Sachen sind voll. In manchen Regionen gehen die Buchungen von Impfterminen mit dem Vakzin gegen Null.
Zuerst heiß begehrt, jetzt Ladenhüter: Die AstraZeneca-Regale in Sachen sind voll. In manchen Regionen gehen die Buchungen von Impfterminen mit dem Vakzin gegen Null.  © dpa/Matthias Bein

Auch Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping wurde mit AstraZeneca geimpft

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (63, SPD).
Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (63, SPD).  © Detlev Müller

"Das Zweite ist, man wird leichtsinniger, weil man denkt: Es ist Sommer, die Inzidenzen sind runter ...", begründet Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (63, SPD) die mangelnde Nachfrage.

Dazu kommt die regional unterschiedliche Akzeptanz des Impfstoffs von AstraZeneca. Im Impfzentrum Mittweida (Mittelsachsen) wurden nur 3,8 Prozent der AstraZeneca-Termine gebucht, in Annaberg (Erzgebirge) waren es 5,58 Prozent, in Eich (Vogtland) 6,35.

Keine Terminbuchungen bedeuten Reserven: Beim DRK lagern aktuell 51.940 Dosen, die bisher nicht verimpft werden konnten und auch nicht vorgebucht sind.

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Musste die Gesundheitsministerin wegen mangelnder Lieferungen lange um Geduld bitten, kann sie werbetechnisch nun in die Vollen gehen: "Wir haben derzeit ausreichend Impfstoff, sodass sich viele Menschen sofort impfen lassen können. Nutzen Sie diese Möglichkeit." Übrigens: Ministerin Köpping ist selbst mit Astra geimpft - und lebt noch...

Titelfoto: Bildmontage: dpa/Matthias Bein, dpa/Daniel Schäfer

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