Spahn will AstraZeneca-Impfstoff ab sofort für alle freigeben!

Berlin - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) strebt eine sofortige Freigabe des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca für alle Impfwilligen an - ohne Priorisierung nach Alter, Vorerkrankung oder Berufsgruppe.

AstraZeneca für alle, die es wollen! Zumindest, wenn es nach Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) geht, soll das bald möglich werden.
AstraZeneca für alle, die es wollen! Zumindest, wenn es nach Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) geht, soll das bald möglich werden.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

An diesem Donnerstag wolle er mit seinen Länderkollegen darüber reden, kündigte er am Mittwochabend in der WDR-Fernsehsendung "Aktuelle Stunde" an.

Man werde dann "bei AstraZeneca eindeutig sagen für Arztpraxen wie für Impfzentren, dass es dort keine Priorisierung mehr gibt".

Für AstraZeneca gelte das dann sofort. Zudem solle das Intervall zwischen Erst- und Zweitimpfung mit AstraZeneca - derzeit zwölf Wochen - flexibler gehandhabt werden können.

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Corona Impfstoff Impfstoff-Pleite: Wird die Wirksamkeit von Curevac doch noch besser?

Gegen das Präparat des britisch-schwedischen Pharmakonzerns gibt es teils erhebliche Vorbehalte. Es wird nach dem Auftreten von Blutgerinnseln im Gehirn bei jüngeren Geimpften nur noch für über 60-Jährige eingesetzt.

Andererseits gibt es viele Jüngere, die sich gerne damit impfen lassen würden, aber in der Impf-Reihenfolge noch nicht dran sind.

Bisher haben 29,5 Prozent der Bevölkerung zumindest eine Impfung erhalten. 8,3 Prozent sind vollständig geimpft, haben also erforderlichenfalls auch eine zweite Impfung erhalten.

Fallen bald Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen für Geimpfte weg?

Wer sich impft, profitiert von Lockerungen. Dabei ist es egal, welcher Impfstoff - ob der von AstraZeneca (Bild), BioNTech oder Moderna.
Wer sich impft, profitiert von Lockerungen. Dabei ist es egal, welcher Impfstoff - ob der von AstraZeneca (Bild), BioNTech oder Moderna.  © Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa

Die geplante Befreiung Geimpfter und Genesener von den Beschränkungen soll am Mittag die nächste Hürde nehmen.

Der Bundestag befasst sich dann mit einer von der Bundesregierung in einem beschleunigten Verfahren auf den Weg gebrachten Verordnung und stimmt auch gleich ab. Billigt das Parlament die Neuregelungen, soll sie der Bundesrat am Freitag besiegeln.

Demnach sollen Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen für vollständig Geimpfte und Genesene wegfallen. Sie sollen zudem negativ Getesteten gleichgestellt werden und bräuchten für Geschäfte oder beim Friseur keinen Corona-Test mehr.

Nun werden zunehmend weitere Lockerungen auch für negativ Getestete gefordert, etwa bei den Kontaktbeschränkungen.

Digitaler Corona-Impfnachweis soll im Juni kommen

Vorsicht bei Impfpass-Fotos im Internet! Betrüger können die Chargennummern, Stempel und Arzt-Unterschriften nutzen, um gefälschte Impfpässe herzustellen.
Vorsicht bei Impfpass-Fotos im Internet! Betrüger können die Chargennummern, Stempel und Arzt-Unterschriften nutzen, um gefälschte Impfpässe herzustellen.  © Jens Kalaene/zb/dpa/Archivbild

Noch nicht abschließend gelöst ist der sichere Nachweis einer vollständigen Impfung, um von den Corona-Beschränkungen ausgenommen zu werden.

"Fälschungssicherheit ist mit Blick auf den geplanten digitalen Impfnachweis natürlich ein wichtiger Aspekt", sagte der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, dem RND.

"Die Verantwortung dafür kann allerdings unter keinen Umständen einfach den Hausarztpraxen zugeschoben werden." Sie hätten bereits mit der Patientenversorgung viel zu tun.

Deutschland will gemeinsam mit der EU noch im Juni einen digitalen Corona-Impfnachweis einführen.

Bei bereits vorher vollständig Geimpften soll der Impfstatus aus dem analogen Impfpass übertragen werden. Jedoch sind bereits gefälschte Impfpässe im Umlauf.

Titelfoto: Bildmontage: Bernd von Jutrczenka/dpa, Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa

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