Weitere Wohnungs- und Obdachlose in Nordrhein-Westfalen geimpft

Düsseldorf - In Nordrhein-Westfalen sind am Montag weitere Wohnungslose gegen Corona geimpft worden.

Man hofft, dass spätestens Mitte Mai alle Wohnungs- und Obdachlosen in NRW geimpft sein werden. (Symbolfoto)
Man hofft, dass spätestens Mitte Mai alle Wohnungs- und Obdachlosen in NRW geimpft sein werden. (Symbolfoto)  © 123RF/Svetlana Gustova

In Düsseldorf erhielten Bewohner einer Einrichtung der Wohnungslosenhilfe eine Impfung mit dem Impfstoff des Unternehmens Johnson & Johnson.

Das Land NRW will diesen Impfstoff derzeit vor allem bei wohnungs- und obdachlosen Menschen einsetzen, weil das Präparat für einen vollen Impfschutz nur einmal verabreicht werden muss.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege geht davon aus, dass in NRW insgesamt etwa 60.000 Wohnungs- und Obdachlose geimpft werden können. Die Impfungen hatten Mitte April begonnen.

Der Sprecher des Fachausschusses Gefährdetenhilfe, Andreas Sellner, schätzt, dass bislang etwa zehn Prozent geimpft wurden.

Er hofft, dass spätestens Mitte Mai alle Wohnungs- und Obdachlosen in NRW geimpft sein werden.

In wie vielen Städten bereits am Montag mit dem Johnson & Johnson-Impfstoff geimpft wurde, wurde zunächst nicht bekannt. Laut NRW-Gesundheitsministerium hatte eine Lieferung von 40.800 Impfdosen am Montag das Landeslager erreicht.

Davon sollten nach Angaben einer Sprecherin am Montag und Dienstag insgesamt 5430 Impfdosen an die Impfzentren ausgeliefert werden.

Update, 18.24 Uhr: Lichtblick bei den Wohnungslosen

Amelie Fromen, Impfärztin des Düsseldorfer Impfzentrums, impft den Wohnungslosen Wolfgang Weber (59) mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson.
Amelie Fromen, Impfärztin des Düsseldorfer Impfzentrums, impft den Wohnungslosen Wolfgang Weber (59) mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson.  © Federico Gambarini/dpa

Wolfgang Weber (59) war der erste, der im Markus-Haus der Diakonie Düsseldorf den Pieks bekam. "Ich bin starker Raucher", erzählt er. "Ich habe schon Respekt vor Corona."

Er freue sich darauf, wenn die Pandemie eines Tages vorbei ist. "Dann mache ich drei Kreuze." In einem Café wolle er dann Kuchen essen gehen "und mal wieder durch Geschäfte laufen".

Auch für die Hausleitung ist es ein besonderer Tag. "Wir sind froh, wenn wir hier wieder halbwegs zur Normalität zurückkehren können", sagt die stellvertretende Hausleiterin, Gabriele Lohmann-Schneider.

Insgesamt 27 Bewohner der Einrichtung sollten am Montag geimpft werden.

Die Mitarbeiter seien bereits einmal geimpft worden, allerdings mit einem Impfstoff, der eine zweite Impfung erfordert.

Titelfoto: 123RF/Svetlana Gustova

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