CureVac sieht sich inzwischen als kommerzielles Pharma-Unternehmen

Tübingen - Das Tübinger Biopharma-Unternehmen CureVac trifft sich am Donnerstag (14 Uhr) zu seiner Online-Hauptversammlung.

Der Impfstoff-Hersteller CureVac trifft sich am Donnerstag zu seiner Online-Hauptversammlung.
Der Impfstoff-Hersteller CureVac trifft sich am Donnerstag zu seiner Online-Hauptversammlung.  © Bernd Weissbrod/dpa

Neben der Diskussion über das Geschäftsjahr 2020 und die Besetzung von Posten wird die Investoren voraussichtlich vor allem die weitere Entwicklung des ersten Corona-Impfstoffs der Tübinger beschäftigen.

Zuletzt hatte CureVac mit einer Mitteilung zu einer vorläufig relativ geringen Wirksamkeit seines Corona-Impfstoffs der ersten Generation für Enttäuschung bei Investoren und in der Politik gesorgt.

Der Börsenkurs brach daraufhin ein. Das Unternehmen hat aufgrund hoher Forschungs- und Entwicklungskosten wiederholt hohe Verluste verzeichnet.

Ärzte im Südwesten fordern Impfstoff in Einzel-Dosen
Corona Impfstoff Ärzte im Südwesten fordern Impfstoff in Einzel-Dosen

Zusätzlich zum Corona-Impfstoff der ersten Generation forscht das auf die sogenannte mRNA-Technologie spezialisierte Unternehmen bereits an einem Impfstoff der zweiten Generation, der besser vor neuen Virusvarianten schützen soll.

Noch vor der Hauptversammlung an diesem Donnerstag hatte ein CureVac-Sprecher am Mittwoch bekannt gegeben, dass Gründer Ingmar Hoerr aus gesundheitlichen Gründen nicht wie angekündigt wieder für den Aufsichtsrat kandidieren wird. Hoerr hatte sich bereits im Frühjahr 2020 aus der Firma zurückgezogen.

Update, 16 Uhr: CureVac sieht sich inzwischen als kommerzielles Pharma-Unternehmen

CureVac sieht sich inzwischen als kommerzielles Pharma-Unternehmen.
CureVac sieht sich inzwischen als kommerzielles Pharma-Unternehmen.  © Sebastian Gollnow/dpa

Die Tübinger Firma CureVac sieht sich mittlerweile mehr als kommerzielles Pharma-Unternehmen - und weniger als vorrangig durch Forschung geprägte Biotech-Firma.

Gründe dafür seien vor allem die zahlreichen Kooperationen mit großen Pharma-Unternehmen etwa bei der Zusammenarbeit für die Entwicklung und Produktion von Corona-Impfstoffen, wie Vorstandschef Franz-Werner Haas bei der Online-Hauptversammlung mit Investoren am Donnerstag in Tübingen sagte.

Das Unternehmen wurde im Jahr 2000 als Start-up gegründet und hat sich auf die sogenannte mRNA-Technologie spezialisiert. Neben Corona-Impfstoffen entwickelt CureVac etwa auch Impfstoffe gegen Tollwut oder Gelbfieber sowie Mittel zur Krebsbekämpfung.

Aiwanger rechtfertigt Impfskepsis: Nebenwirkungen, bei denen einem "die Spucke wegbleibt"
Corona Impfstoff Aiwanger rechtfertigt Impfskepsis: Nebenwirkungen, bei denen einem "die Spucke wegbleibt"

Der Vorstandsvorsitzende Haas erläuterte den Investoren erneut, welch herausfordernden Bedingungen für die Entwicklung des Corona-Impfstoffs erster Generation aus Sicht des Unternehmens bestehen. Zugleich betonte er die Bedeutung der Vorauszahlung von 450 Millionen Euro hierfür der Europäischen Kommission für die aus seiner Sicht gute finanzielle Lage des Unternehmens. Die EU hat sich laut CureVac bis zu 225 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs erster Generation gesichert sowie eine Option auf weitere 180 Millionen Dosen. Eine Zulassung des Impfstoffs steht bislang aus.

Zuletzt hatte CureVac bekanntgegeben, dass der Corona-Impfstoffkandidat CVnCov nach einer vorläufigen Auswertung über eine Wirksamkeit von rund 47 Prozent verfügt. Damit wäre der Impfstoff deutlich weniger wirksam als andere bereits in der EU zugelassenen Impfstoffe. Die Mitteilung hatte für einen deutlichen Rückgang des Börsenkurses und Enttäuschung bei Politikern gesorgt.

Eine wichtige Personalie war bereits vor der Hauptversammlung am Donnerstag bekannt geworden. CureVac-Gründer Ingmar Hoerr zog seine geplante Kandidatur für den Aufsichtsrat "wegen weiterhin anhaltender gesundheitlicher Probleme" zurück, wie CureVac bereits am Mittwoch mitgeteilt hatte. Hoerr war zuvor unter anderem als Vorstandsvorsitzender und Mitglied des Aufsichtsrats tätig und hatte sich im März 2020 in Folge einer Hirnblutung von seinen Posten im Unternehmen zurückgezogen.

Titelfoto: Bernd Weissbrod/dpa

Mehr zum Thema Corona Impfstoff: