Zweiter Booster! Diese Personen sollten sich zum vierten Mal impfen lassen

Berlin - Die EU rät Menschen über 60 Jahren dringend zu einer zweiten Corona-Auffrischungsimpfung.

Vier Dosen Impfstoff - so viel sollten sich Über-60-Jährige nach einer neuen Empfehlung insgesamt gegen Corona verabreichen lassen.
Vier Dosen Impfstoff - so viel sollten sich Über-60-Jährige nach einer neuen Empfehlung insgesamt gegen Corona verabreichen lassen.  © AFP/Christof Stache

"Angesichts des erneuten Anstiegs der Fälle und Krankenhauseinweisungen mit Beginn des Sommers fordere ich alle auf, sich so schnell wie möglich impfen und boostern zu lassen", erklärte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides (66) am heutigen Montag laut einer Mitteilung der EU-Gesundheitsbehörde ECDC und der EU-Arzneimittelbehörde EMA.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) nannte die EU-Empfehlung "sinnvoll und überfällig".

"Wir haben keine Zeit zu verlieren", warnte Kyriakides mit Blick auf die Corona-Welle. Sie forderte die EU-Mitgliedstaaten auf, "sofort zweite Booster-Impfungen" für Menschen ab 60 und andere gesundheitlich gefährdete Menschen bereitzustellen. Im April hatten die EU-Behörden bereits eine zweite Auffrischung für über 80-Jährige empfohlen.

Omikron-Impfstoff ab Oktober flächendeckend in Sachsen verfügbar
Corona Impfstoff Omikron-Impfstoff ab Oktober flächendeckend in Sachsen verfügbar

Es gebe insbesondere wegen der Omikron-Subvariante BA.5 "einen zunehmenden Trend" bei den Einweisungen und Belegungen in Krankenhäusern sowie Intensivstationen in mehreren Ländern, erklärte ECDC-Direktorin Andrea Ammon.

"Dies signalisiert den Beginn einer neuen, weit verbreiteten Corona-Welle in der Europäischen Union."

Stiko empfiehlt zweiten Booster für Ü70, aber Lauterbach unterstützt neues Vorgehen

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) unterstützt den neuen Vorschlag zum zweiten Booster.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) unterstützt den neuen Vorschlag zum zweiten Booster.  © AFP/Tobias Schwarz

Für gesundheitlich nicht gefährdete Menschen unter 60 sowie Beschäftigte im Gesundheitswesen und der Pflege sehen die EU-Behörden derzeit keine Notwendigkeit für eine zweite Auffrischungsimpfung.

In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) bislang eine zweite Booster-Impfung für Menschen ab 70 Jahren, Risikopatienten sowie Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen und Beschäftigte im medizinischen Bereich und in Pflegeeinrichtungen.

Bundesgesundheitsminister Lauterbach unterstützte die EU-Empfehlung vom Montag jedoch. "Es gibt genug Impfstoff und die Fallzahlen sind hoch", hob er bei Twitter hervor. "Warten auf angepasste Impfstoffe dauert zu lange und ist zu riskant."

Titelfoto: Montage: AFP/Christof Stache, AFP/Tobias Schwarz

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