Wegen Corona: Hamburger Attraktionen kämpfen um Besucher

Hamburg - Wohl wegen des neuartigen Coronavirus sind in den vergangenen Tagen weniger Tickets für Hamburger Musicals gekauft worden.

Auch für das Musical-Theater "König der Löwen" gibt es 30 Prozent weniger Buchungen. 
Auch für das Musical-Theater "König der Löwen" gibt es 30 Prozent weniger Buchungen.   © Malte Christians/dpa

"Insgesamt spüren wir eine sehr deutliche Zurückhaltung bei neuen Buchungen - aktuell ein Minus von rund 30 Prozent", sagte ein Sprecher der Stage Entertainment GmbH am Montag in Hamburg. 

Das Unternehmen ist für Musicals wie "Tina", "König der Löwen", "Pretty Woman" und "Paramour" zuständig.

Bislang hätten alle Aufführungen problemlos stattfinden können. 

"Wir haben seit Beginn des Bekanntwerdens des Coronavirus in all unseren Theatern die Hygienemaßnahmen in Foyers und Hinterhäusern verstärkt und für unsere Mitarbeiter strenge Reiserichtlinien in Kraft gesetzt", sagte der Sprecher weiter. 

Zudem würde sich der Veranstalter an alle behördlichen Auflagen oder Anweisungen halten.

Die Gesundheitsbehörde in Hamburg sieht bislang keinen Anlass zum pauschalen Verbot von Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern. Sie setzt stattdessen auf Einzelfallprüfungen.

Die Elbphilharmonie hatte am Montag das Klavierkonzert des Pianisten Maurizio Pollini absagen und verschieben müssen, weil der Italiener wegen eines kurzfristigen Reiseverbots der italienischen Regierung nicht nach Hamburg kommen konnte.

Auch Miniatur Wunderland in Hamburg betroffen

Die Gründer und Geschäftsführer des "Miniatur Wunderlandes", Frederik (r.) und Gerrit Braun.
Die Gründer und Geschäftsführer des "Miniatur Wunderlandes", Frederik (r.) und Gerrit Braun.  © Daniel Reinhardt/dpa

Auch eine der größten Hamburger Touristenattraktionen wird von einigen Besuchern gemieden: Das Miniatur Wunderland habe in der vergangenen Woche etwa 21 Prozent weniger Besucher gezählt, sagte Mitbegründer Frederik Braun am Montag der Deutschen Presse-Agentur. "Es ist eine deutlich fallende Tendenz." Vor allem die Reservierungen gingen zurück.

Am Samstag und Sonntag habe sich der Rückgang allerdings kaum bemerkbar gemacht, weil am Wochenende etwa doppelt so viele Modelleisenbahnfans Tickets wollten, als hineinpassten. 

Braun betonte, dass das Miniatur Wunderland schon immer höchste Hygienestandards erfüllt habe. So würden die Räumlichkeiten nur von außen belüftet und auf den WCs gebe es Desinfektionsmittel.

Thematisch wollen die Betreiber das Thema Coronavirus bewusst nicht aufgreifen. "Wie wollen Corona Corona sein lassen, weil es die Menschen zu sehr berührt", sagte Braun. Rund 1,4 Millionen Menschen besuchen pro Jahr das Miniatur Wunderland in der Speicherstadt.

Das Panoptikum an der Reeperbahn hat am Wochenende noch keinen Besucherrückgang festgestellt. "Die Leute denken wohl, dass Wachsfiguren nicht anstecken", sagte eine Sprecherin.

Titelfoto: Malte Christians/dpa

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