Flughafen-Chaos durch Corona-Mutation erreicht auch Berlin!

Schönefeld - Wegen der neuen Beschränkungen für Reisende aus Großbritannien warten am Flughafen Schönefeld 77 Passagiere auf eine Klärung durch einen Corona-Test.

Passagiere sitzen am Flughafen Gatwick auf dem Boden. (Symbolbild)
Passagiere sitzen am Flughafen Gatwick auf dem Boden. (Symbolbild)  © Gareth Fuller/PA Wire/dpa

Dabei handelt es sich überwiegend um polnische Staatsbürger, wie eine Sprecherin der Bundespolizeidirektion Berlin am Montagmorgen sagte. Betroffen waren demnach am Sonntag vier Flüge aus Großbritannien.

Für die Reisenden seien Feldbetten aufgestellt worden. Wer nicht die deutsche Staatsangehörigkeit hat oder keinen festen Wohnsitz in Berlin hat, muss demnach zur Einreise einen negativen Test vorlegen. Außerdem gelten Quarantäne-Regelungen: Diese sind je nach Bundesland unterschiedlich.

Wegen der neuen Variante des Coronavirus ist die Einreise von Flugpassagieren aus Großbritannien an mehreren deutschen Flughäfen am Sonntagabend zunächst gestoppt worden. Ab Mitternacht untersagte Deutschland ohnehin Flüge aus dem Vereinigten Königreich.

Der Berliner Korrespondent der englischen Wochenzeitung "The Economist", Tom Nuttall, war laut seinem Twitterkanal ebenfalls an Bord einer Maschine aus Großbritannien in Berlin gelandet und schilderte seine Erlebnisse.

Die Polizei habe den Passagieren mitgeteilt, dass sie getestet würden: Wer ein negatives Ergebnis habe, werde nicht zurückgeschickt.

Corona-Mutation soll bis zu 70 Prozent ansteckender sein

Der früher als SXF abgekürzte Flughafen Schönefeld firmiert seit der Eröffnung des neuen Flughafens als Terminal 5 des BER.
Der früher als SXF abgekürzte Flughafen Schönefeld firmiert seit der Eröffnung des neuen Flughafens als Terminal 5 des BER.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Nach ersten Erkenntnissen britischer Wissenschaftler ist die kürzlich in Südostengland entdeckte Corona-Variante um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form. Das Bundesinnenministerium hatte deswegen die Bundespolizei am Sonntag angewiesen, Reisende aus Großbritannien und Südafrika ab sofort systematisch zu kontrollieren.

Dies gelte mit Blick auf die korrekte Registrierung in der Digitalen Einreiseanmeldung, hatte ein Ministeriumssprecher in Berlin mitgeteilt. Erforderliche Infektionsschutzmaßnahmen seien eng mit den örtlich zuständigen Gesundheitsämtern abzustimmen. Reisende müssten sich auf längere Wartezeiten an den Grenzen einstellen.

Nur wenig später untersagte Deutschland Flüge von Großbritannien nach Deutschland ab Montag, 0 Uhr, komplett. Das Bundesverkehrsministerium erließ eine entsprechende Verfügung. Ausgenommen sind reine Frachtflüge, Flüge mit medizinischem Personal oder nur mit Crews an Bord, die nach Deutschland zurückkehren wollen.

Dies diene dem Schutz der Bevölkerung in Deutschland und der "Limitierung des Eintrages und der schnellen Verbreitung der neuen Virusvarianten", hieß es. Das Verbot gilt zunächst bis 31. Dezember.

Update, 16.52 Uhr: Alle 74 Flugpassagiere aus Großbritannien am BER negativ getestet

Die am BER gestrandeten Flugpassagiere aus Großbritannien durften den Flughafen am Montag verlassen. Die 74 Reisenden seien mit Schnelltests negativ auf das Coronavirus getestet worden, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei am Montag.

Die Passagiere waren am Sonntag mit Flügen aus Großbritannien gekommen. Unter ihnen waren 43 polnische Staatsbürger. Zunächst war die Gesamtzahl mit 77 angegeben worden. Drei britische Staatsbürger seien jedoch freiwillig in ihre Heimat zurückgereist.

Wegen einer neuen Variante des Coronavirus ist die Einreise von Flugpassagieren aus Großbritannien an mehreren deutschen Flughäfen am Sonntagabend zunächst gestoppt worden. Ab Mitternacht untersagte Deutschland Flüge aus dem Vereinigten Königreich.

Titelfoto: Gareth Fuller/PA Wire/dpa

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