Ärzte unter Hochdruck: Aber dennoch "keine Angst vor Coronavirus"

Dresden - Sarah Küttner (28) ist Intensiv-Pool-Krankenschwester an der Uniklinik Dresden, kann auf den insgesamt fünf Erwachsenen-Intensivstationen (ITS) des Klinikums eingesetzt werden. 

"Unbedingt an die Abstandsregeln halten": ITS-Krankenschwester Sarah Küttner (28) pendelt zwischen den fünf Intensivstationen der Uniklinik Dresden.
"Unbedingt an die Abstandsregeln halten": ITS-Krankenschwester Sarah Küttner (28) pendelt zwischen den fünf Intensivstationen der Uniklinik Dresden.  © Thomas Türpe

"Derzeit arbeite ich auf der neurologischen ITS." Eigentlich wäre sie gerade mit Ehemann Robert (34) - der im innerbetrieblichen Krankentransport auch im Klinikum arbeitet - und ihrem 16 Monate alten Töchterchen im Urlaub in Hamburg und auf Rügen. "Doch die Ferien sind gestrichen worden."

Als ITS-Schwester betreut Sarah Küttner zwei bis maximal vier Patienten. Dieser Schlüssel kann in der aktuellen Corona-Krise aufgehoben werden. Immerhin rechnet das Robert Koch Institut mit dramatisch steigenden Zahlen an diesem Wochenende. 

Corona-Patienten werden auf die 150 Intensivbetten des Klinikums verteilt. 

"Einen Corona-Infizierten haben wir bislang noch nicht auf unserer ITS", sagt Küttner. "Wir werden einmal täglich in einer Videoschalte vom medizinischen Vorstand im Intranet über jede Entwicklung informiert."

Mundschutz ist jetzt permanent ab Betreten auf jeder Station zu tragen, ab Montag sogar auf dem gesamten Klinikgelände. Die reguläre Besuchszeit am Klinikum zwischen 15 und 18 Uhr wurde auf dringende Ausnahmefälle beschränkt (z.B. bei Sterbenden). 

Küttner: "Auch Kinder dürfen einmal pro Tag einen Elternteil als Besuch empfangen." 

Krankenschwester erklärt, wie man Mundschutz selber nähen kann

Auch ein spezielles Desinfektionsmittel ist im Einsatz. "Wir brauchen dringend Mundschutz. Deshalb habe ich auf meinem Instagram-Kanal @ossilinchen aufgerufen, Mundschutz nach Klinikanleitung zu nähen. Bis gestern kamen schon 30 Stück aus Dresden an", erzählt sie. "Ich habe keine Angst vor dem Virus, aber Angst vor Menschen, die die Tragweite der Epidemie verkennen."

Küttner trauert ihrem Urlaub nicht nach. "Das ist jetzt einfach so. Aber ich hoffe, dass wir im Juni wie geplant nach Griechenland fliegen können..."

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Titelfoto: Thomas Türpe

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