Aktion "Licht an!": Friseure machen auf ihre Corona-Misere aufmerksam

Köln - Wer am Sonntag einen Spaziergang durch seine Stadt macht, der könnte sich über Licht in leeren Friseursalons wundern. Mit einer Aktion wollen die Friseure auf ihre Corona-Misere aufmerksam machen.

Am Sonntag sind Friseure dazu aufgerufen, in den Salons 24 Stunden lang das Licht anzulassen. Mit der Aktion wollen sie auf ihre Misere aufmerksam machen.
Am Sonntag sind Friseure dazu aufgerufen, in den Salons 24 Stunden lang das Licht anzulassen. Mit der Aktion wollen sie auf ihre Misere aufmerksam machen.  © Roland Weihrauch/dpa

Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks ruft die Inhaber der 80.000 heimischen Friseursalons dazu auf, 24 Stunden Licht anzulassen - von Sonntagmorgen bis Montagmorgen, manche Salons dürften schon am Samstagabend damit beginnen.

Die Aktion geht also bis zum 1. Februar. "An diesem Tag sollten wir ursprünglich wieder öffnen können", sagt Harald Esser, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks. "Uns steht das Wasser bis zum Hals - wir brauchen endlich schnelle und umfassende Hilfe vom Staat."

Bei vielen Friseuren seien die Konten leer, sagt der Branchenvertreter. Die Miete und andere Fixkosten müssten weiterbezahlt werden, obwohl es keine Einnahmen gebe.

Tatsächlich kommt die Friseurbranche bei den verschiedenen Hilfspaketen des deutschen Staates für die Wirtschaft schlecht weg.

Soforthilfen nach Ausbruch der Pandemie im vergangenen Frühjahr mussten in der Regel wieder zurückgezahlt werden, zudem haben die meisten Salons keinen Anspruch auf die relativ üppige Dezemberhilfe, die sich am Vorjahresumsatz orientiert.

Friseure hoffen, Mitte Februar wieder öffnen zu können

Die im Januar auf den Weg gebrachte "Überbrückungshilfe III" wiederum wird mit Blick auf Fixkosten - etwa Miete - errechnet, dadurch ist die Finanzspritze relativ schwach. Hierzu gibt es erst im Laufe des Februars eine erste Teilzahlung, der Rest soll ab März fließen.

"Wir leisten einen immensen Beitrag zur Pandemiebekämpfung, sind aber trotzdem von der Politik vergessen worden", moniert Esser. Die "Licht an!"-Aktion soll nach seinen Worten dazu führen, dass die Misere der Friseure wieder stärker in das öffentliche Bewusstsein rückt.

Ob die Friseure wie derzeit geplant Mitte Februar wieder aufmachen können, ist völlig ungewiss. "Ich hoffe es", sagt Esser, "aber ich bin skeptisch".

Umso wichtiger sei es, dass der Staat seine Branche mit 240.000 Mitarbeitern endlich wesentlich stütze.

Titelfoto: Roland Weihrauch/dpa

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