Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Sachsen

Dresden - Sachsen bleibt Deutschlands Corona-Hotspot. Doch der Zahlentrend ist erstmals vorsichtig rückläufig. Außerdem beginnt am heutigen Sonntag die wohl größte Impfkampagne der jüngeren Geschichte. Hier kommen sieben aktuelle Zahlen zu Corona in Sachsen.

Ein Notarzt-Hubschrauber des ADAC bringt einen Corona-Intensivpatienten aus Sachsen in das Klinikum Südstadt in Rostock.
Ein Notarzt-Hubschrauber des ADAC bringt einen Corona-Intensivpatienten aus Sachsen in das Klinikum Südstadt in Rostock.  © Bernd Wüstneck/dpa

122.517 Infektionsfälle wurden bis Samstag vom Gesundheitsministerium nach Labortests registriert. Das waren 1390 positive Befunde mehr als am Freitag.

Mehr als 500 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner verzeichnen aktuell die Landkreise Mittelsachen, das Erzgebirge, der Landkreis Sächsische Schweiz sowie der Landkreis Bautzen.

2694 Todesfälle infolge einer Corona-Infektion wurden bis gesternSamstag in Sachsen gemeldet - 25 mehr als am Tag davor.

Zehn bis elf Prozent des Personals an Krankenhäusern fallen laut Aussagen der sächsischen Krankenhauskoordinatoren derzeit wegen Krankmeldung aus.

60.000 Schnelltests hat das Sächsische Gesundheitsministerium den Landkreisen zur Verfügung gestellt. Sie werden vor allem für Testungen in Pflegeeinrichtungen, Kindereinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften angeboten.

53 Corona-Patienten aus Sachsen wurden bislang in Krankenhäuser in anderen Bundesländer verlegt - 21 davon nach Thüringen, 23 nach Sachsen-Anhalt, sechs nach Mecklenburg-Vorpommern und drei nach Niedersachsen, sagte gestern Dr. Christian Kleber, Leitender Oberarzt am Universitätsklinikum Dresden, der die Verlegung in Sachsen koordiniert. "Wir sind den Bundesländern für ihre Aufnahmebereitschaft dankbar."

13 Impfzentren stehen in Sachsen bereit - jeweils eines in jedem Landkreis und den drei kreisfreien Städten. Zu jedem Zentrum gehört ein mobiles Team, das in Alten- und Pflegeheimen wird.

Leichte Entspannung lässt noch lange nicht aufatmen

Geheimes Lager: Gestern kamen insgesamt 1950 Fläschchen mit je fünf Impfdosen in Sachsen an.
Geheimes Lager: Gestern kamen insgesamt 1950 Fläschchen mit je fünf Impfdosen in Sachsen an.  © Screenshot Facebook/Sozialministerium Sachsen
  • Beim Sieben-Tage-Wert zeichnet sich in Sachsen jetzt eine leichte Entspannung ab. Samstag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) 404 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Am Vortag lag der Wert noch bei 441,3 Neuinfektionen.

Allerdings ist diese Sieben-Tages-Zahl der mit Abstand höchste Wert aller Bundesländer. Deutschlandweit betrug er 171.

Verlässlichere Zahlen gibt es erst nächste Woche, denn an den Feiertagen gehen weniger Menschen zum Testen zum Arzt. Zudem meldeten nicht alle Gesundheitsämter aktuelle Daten.

  • Einreisende, die aus Corona-Risikogebieten im Ausland kommen, müssen sich seit Samstag im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge testen lassen. Sie sind zudem verpflichtet, sich fünf Tage nach ihrer Einreise einem weiteren Test zu unterziehen.
  • Laut aktuellster Zahlen von Freitag werden in sächsischen Krankenhäusern 3 374 Frauen und Männer mit einer Covid-19-Erkrankung behandelt, 608 von ihnen auf der Intensivstation.

Impfstart in Zwickau und Radeberg

Die ersten Impfdosen werden am Sonntag vorrangig an Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie Personal verimpft.
Die ersten Impfdosen werden am Sonntag vorrangig an Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie Personal verimpft.  © Matthias Bein/dpa

Samstagvormittag kamen 9750 Impfdosen des Vakzins mit dem kryptischen Namen BNT162b2 von Biontech und Pfizer aus dem belgischen Puurs über Marburg nach Sachsen - tiefgekühlt bei minus 70 Grad und unter Polizeischutz. Der Ort des zentralen Lagers bleibt aus Sicherheitsgründen geheim.

Am heutigen Sonntag soll es in Kliniken sowie Pflegeeinrichtungen im Zwickauer Land, in Radeberg und dem Erzgebirgskreis die ersten Piekse geben - gesetzt von mobilen Impfteams.

Bei der Impfung im Pflegeheim "Haus an der Linde" in Lichtentanne (Landkreis Zwickau) wird Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) am Vormittag selbst vor Ort sein.

Auf dem Weg in die Pflegeheime wird der Impfstoff bei zwei bis acht Grad transportiert, dabei taut er auf. In den Heimen kann er mit steriler Kochsalzlösung verdünnt und anschließend verimpft werden.

Am 28. Dezember soll es eine zweite Lieferung mit 24.375 Dosen geben. Ab 30. Dezember sollen dann wöchentlich 34.125 Vakzine geliefert werden.

Die Impfzentren werden im Januar 2021 ihre Tätigkeit aufnehmen. Um bis zum Sommer ein normales Leben ermöglichen zu können, müsste die Impfquote bei 60 bis 70 Prozent liegen.

Titelfoto: Bernd Wüstneck/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0