Allein daheim: Das können Singles während Corona tun!

Deutschland - Die erzwungene Isolation macht auf Dauer vielen Menschen zu schaffen. Wie geht es vor allem Singles damit?  

Auch mal rausgehen kann helfen. Selbstverständlich unter Beachtung der Regulierungen.
Auch mal rausgehen kann helfen. Selbstverständlich unter Beachtung der Regulierungen.  © Oliver Berg/dpa

Die Münchner Therapeutin Sarah Beyer gibt im Interview mit dem ZDF Antworten. Beyer ist Single- und Beziehungscoach. Sie macht die Beobachtung, dass vielen Menschen vermeintlich einfache soziale Interaktionen fehlen.

Das kann eine Umarmung sein, eine Begegnung, eine kurze Unterhaltung.

Momentan bemerken Menschen, so Beyer, welche Dinge wichtig werden. Denn auch wenn man tausend Freunde auf Facebook hat und sich täglich mit den unterschiedlichsten Menschen treffen konnte, fokussiert man sich nun auf die engen, nahen Kontakte. Und findet vielleicht heraus, dass man diese vernachlässigt hat.

Die Angst vor dem Alleinsein ist groß.

Laut einer Online-Umfrage wünscht sich ein Drittel der befragten Singles einen Partner während der Isolation an seiner Seite. Doch wie kann man das ändern, lohnt sich Dating denn nun überhaupt? Rausgehen kann man ja schließlich nicht!

Beyer hat klare Worte: "Man sollte auf gar keinen Fall aufhören, jetzt zu daten." Es gebe online gute Alternativen. Man kann Skype nutzen oder ein Telefonat führen.

Jede Form von Online-Dating hat nun eine ganz besondere Atmosphäre. Denn dadurch, dass man sich nicht sofort persönlich treffen kann, muss man sich erst einmal etwas länger kennenlernen. Somit können neue, vielleicht auch langfristige Dinge entstehen.

Zeit allein? Muss sein!

Etwas Neues ausprobieren: Wenn nicht jetzt, wann dann?
Etwas Neues ausprobieren: Wenn nicht jetzt, wann dann?  © Caroline Seidel/dpa

Zugegeben, nicht jeder Mensch ist Video-Telefonie-Fan. Und auch nicht jeder will sich während Corona  ernsthaft auf Partner-Suche begeben.

Die Therapeutin empfiehlt die sogenannte "Me-Time". Denn nun hat man wirklich genügend Zeit, sich mal komplett mit sich selbst auseinanderzusetzen.

Vielleicht gefällt einem nicht immer das, was man in dieser Zeit über sich selbst herausfindet. Doch die Ehrlichkeit und das Verstehen darüber, was man begehrt, ist wichtig. Ist man wirklich gerne alleine? 

Ein Partner darf keine Idealisierung sein. Sätze wie "Alles wäre nicht so schlimm, wenn ich einen Partner hätte" sind gefährlich, denn das zieht einen nicht nur runter. Beyer sagt: "Das macht auch unsexy! Die Sehnsucht nach einer Partnerschaft sollte man jetzt nutzen".

Die Krise ist eine Chance, so Beyer. Man kann die Zeit damit verbringen, sich so gut wie möglich abzulenken. 

Nonstop Fernzusehen oder zu zocken. Oder aber man schaut genau hin. Nimmt sich die Zeit. Sieht, was die eigenen Werte und Bedürfnisse sind. Und akzeptiert vielleicht auch die unangenehmen Empfindungen.

Den goldenen Mittelweg zu finden, ist kompliziert. Denn Verdrängung ist genauso wenig optimal wie der Zwang zu Selbstoptimierung.  Aber es lohnt sich, es herauszufinden.

In Deutschland gibt es über 18 Millionen Singles. Wenn man es mal im Kopf nicht aushält, kann man viele digitale Angebote wie die App Houseparty nutzen, um das Gefühl der Einsamkeit zu umgehen. Traut euch!

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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