Angeblich wirkt es bei Corona: Tierärztin impft Menschen mit Hunde-Vakzin

Calama - In der Stadt Calama im Norden von Chile wurden ein Tierarzt und eine -ärztin bestraft. Sie sollen mindestens 75 Einwohner mit einem Vakzin für Hunde geimpft haben - angeblich gegen das Coronavirus. Ein offizieller Bericht über die tatsächliche Zahl der Geimpften liegt noch nicht vor.

In Chile hat eine Tierärztin etliche Menschen mit einem Vakzin für Hunde geimpft. Angeblich helfe das Mittel gegen das Coronavirus. (Symbolbild)
In Chile hat eine Tierärztin etliche Menschen mit einem Vakzin für Hunde geimpft. Angeblich helfe das Mittel gegen das Coronavirus. (Symbolbild)  © 123rf.com/Svetlana Gustova

Unter den Geimpften seien ganze Familien, Bergarbeiter und sogar Beamte des städtischen Krankenhauses, berichtet das chilenische Nachrichten-Portal "24 Horas", das zum staatlichen spanischen Fernsehen "Televisión Española" gehört.

Aufmerksam auf den Fall wurden die Gesundheitsbehörden im September 2020, nachdem sie Mitarbeiter einer Tierarztklinik ohne vorgeschriebene Mund-Nase-Masken angetroffen hatten und daraufhin eine Überprüfung anordneten.

Verwickelt sind allerdings zwei Tierarztpraxen: Carlos Pardo Ayala und María Fernanda Muñoz machten gemeinsame Sache!

Einige von Muñoz' Mitarbeitern gaben gegenüber der Gesundheitsbehörde an, bereits gegen Covid-19 geimpft worden zu sein. Und zwar von der Chefin! Die erklärte dazu, auch sich selbst die achtfache Dosis des Hunde-Vakzins gespritzt zu haben, um sich vor Covid-19 zu schützen.

Sie habe zudem eine Studie durchgeführt, die angeblich die Wirksamkeit des Hunde-Impfstoffes beim Menschen zeigte.

"Ich bin geimpft, das stimmt", sagte Muñoz. Und provozierte: "Wenn der Impfstoff so schlecht ist, obwohl er mir nichts angetan hat, warum testet mich das Gesundheitsamt dann nicht, ob ich Antikörper im Blut habe?"

Beide Mediziner weigerten sich, ein Bußgeld zu bezahlen

Impfstoffe, die für Hunde entwickelt wurden, sollen auch nur bei ihnen angewendet werden, riet die zuständige Gesundheitsbeauftragte von Calama. (Symbolbild)
Impfstoffe, die für Hunde entwickelt wurden, sollen auch nur bei ihnen angewendet werden, riet die zuständige Gesundheitsbeauftragte von Calama. (Symbolbild)  © 123rf.com/Ivan Kmit

Unfassbar: In den sozialen Netzwerken soll Carlos Pardo Ayala behauptet haben, dass eine Überprüfung am Menschen zum Hunde-Vakzin durchgeführt worden sei. Auf diese Weise wollten er und Muñoz offenbar den Impfstoff verkaufen.

Heißt: Er machte Werbung, sie impfte!

Rossana Díaz, Gesundheitsbeauftragte der Region Antofagasta, nannte das Vorgehen "sehr gefährlich" und "unethisch".

Die Amts-Tierärztin der Gemeinde Calama, Paulina Carrasco, wies außerdem darauf hin, dass "die Impfstoffe, die bei Hunden verwendet werden, speziell für Hunde sind. Sie können nicht beim Menschen angewendet werden".

Im schlimmsten Fall könne es nach der Gabe zu allergischen Reaktionen oder sogar einem anaphylaktischen Schock kommen. Man wisse auch nicht, ob es später im Körper noch Veränderungen geben könnte.

Weil sich die Mediziner weigerten, ein verhängtes Bußgeld zu bezahlen, wurde der Fall nun öffentlich bekannt.

Für Pedro waren 180 UTM fällig, Muñoz sollte 200 UTM bezahlen. UTM (Unidad Tributaria Mensualist, wörtlich: monatliche Steuereinheit) ist eine nicht im Umlauf befindliche Währung, die in Chile ausschließlich für Steuer- und Strafzwecke verwendet wird. Aktuell haben 180 UTM einen Wert von 9.286.560 chilenischen Pesos (rund 11.100 Euro), 200 UTM entsprechen 10.318.400 chilenischen Pesos (rund 12.300 Euro).

Beide sollen Berufung eingelegt haben.

Titelfoto: 123rf.com/Svetlana Gustova

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