Angst vor Coronaübertragung durch Handynetz: Dorfbewohner kidnappen Techniker

Peru - Mit dem Coronavirus entstanden auch zahlreiche Verschwörungstheorien, unter anderem über das Handynetz 5G. In einem peruanischen Dorf sorgte dies nun für einen Eklat.

Peru gilt nach Brasilien als zweiter Corona-Hotspot in Südamerika.
Peru gilt nach Brasilien als zweiter Corona-Hotspot in Südamerika.  © Rodrigo Abd/AP/dpa

Aus Angst, das neue 5G-Handynetz sei für die Verbreitung des Coronavirus verantwortlich, haben Bewohner eines peruanischen Dorfes acht Techniker einer Mobilfunkfirma eingesperrt. 

Wie Futurezone berichtet, wurden die Männer tagelang festgehalten.Dabei wollten sie eigentlich nur Wartungsarbeiten an den örtlichen Mobilfunkmasten vornehmen.

Die Einheimischen vermuteten dahinter allerdings, dass die Beschäftigten der Firma 5G-Stationen anbringen wollten und damit das gefährliche Virus, das weltweit Todesopfer fordert, in dem Dorf verbreiten.

Erst nach einem Gespräch zwischen den Dorfbewohnern und eigens angereisten Vertretern des Transportministeriums, der Regionalregierung und des Telekommunikationskonzerns Gilat konnten die acht Männer befreit werden.

Allerdings bestand die örtliche Gemeinde darauf, dass alle existierenden Masten in der Region abschaltet werden sollen.

Dabei gibt es in dem gesamten südamerikanischen Land noch gar keine 5G-Masten, wie ein Sprecher des Transportministerium verkündete.

Coronavirus: 5G-Verschwörungstheorie fördert weltweit Straftaten

Im Internet verbreitet sich die falsche Theorie, dass Mobilfunkmasten das Coronavirus verbreiten würden.
Im Internet verbreitet sich die falsche Theorie, dass Mobilfunkmasten das Coronavirus verbreiten würden.  © Jens Büttner/ZB/dpa

Nicht nur in Südamerika, sondern weltweit geht seit Ausbruch der Corona-Pandemie die Verschwörungstheorie um, dass das neue Handynetz für die massive Ausbreitung des Virus verantwortlich ist.

Doch woher kommt diese falsche Behauptung?

Wie Financial Times berichtet, tauchte die Behauptung das erste Mal im Januar in den sozialen Netzwerken auf. Videos von toten Fischen oder Vögeln in der Nähe von 5G-Masten machten die Runde.

Besonders viral ging ein inzwischen gelöschtes Video auf der Plattform TikTok, in dem eine Frau einen Bauarbeiter mit den Worten, 5G wolle "alle töten" anschreit.

Obwohl selbst die WHO darüber aufklärt, dass Handynetze keine Viren übertragen können, hält sich die Annahme weiter hartnäckig.

Inzwischen kam es zu etlichen Vorfällen, bei denen Masten in Brand gesteckt, Morddrohungen an Techniker gesendet und sogar Rasierklingen an den Mobilfunkmasten angebracht wurden.

Titelfoto: Rodrigo Abd/AP/dpa

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