Auf dem Trecker, vorm Fernseher und in der Kneipe: Weihnachts-Gottesdienste trotz Corona

Hannover/Stuhr/Winsen - An diesem Heiligabend gehen viele Kirchengemeinden in Niedersachsen neue Wege.

Pastor Robert Vetter steht auf einem Anhänger, mit dem er eine Treckerweihnacht plant.
Pastor Robert Vetter steht auf einem Anhänger, mit dem er eine Treckerweihnacht plant.  © dpa/Kirchengemeinde Stuhr/--

Da Gottesdienste mit Hunderten dicht gedrängten Besuchern die Ausbreitung des Coronavirus beschleunigen könnten, haben sich einige Gemeinden kreative Angebote überlegt.

So will Pastor Robert Vetter von der Evangelischen Kirchengemeinde Stuhr im Kreis Diepholz mit seiner mobilen Kirche zur Gemeinde fahren.

Gezogen von einem Trecker soll der Anhänger mit Waldhütte, einer LED-Installation der Heiligen Familie und Bild des Altars der Alt-Stuhrer St. Pankratius-Kirche vier Mal halten (TAG24 berichtete). Vetter wird dann das Weihnachtsevangelium im Freien lesen. Bei den knapp 20-minütigen Stopps werden jeweils bis zu 100 Menschen erwartet, die einen Mund-Nasen-Schutz tragen und Abstand voneinander halten müssen.

Der evangelische Landesbischof Ralf Meister und der katholische Bischof des Bistums Hildesheim, Heiner Wilmer, haben für Heiligabend einen 15-minütigen Gottesdienst in einer Kneipe in Hannover aufgezeichnet. Interessierte können ihn über die Homepage der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers sehen.

"So ungewöhnlich diese Zeiten sind, so ungewöhnlich wollten die beiden leitenden Geistlichen auch diesen Gottesdienst gestalten", teilte die Landeskirche mit. Die Ortswahl begründeten die Bischöfe damit, dass eine Kneipe eine Art Herberge sei.

Zudem sei es ein Zeichen der Solidarität mit Wirtsleuten, die es in der Pandemie schwer hätten.

Heiner Wilmer (l.), Bischof Bistum Hildesheim, und Ralf Meister, Landesbischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, sitzen am Tresen der Kneipe "Klickmühle".
Heiner Wilmer (l.), Bischof Bistum Hildesheim, und Ralf Meister, Landesbischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, sitzen am Tresen der Kneipe "Klickmühle".  © dpa/Bischöfliche Pressestelle Hildesheim/--

Gottesdienste finden trotz Corona statt

Ein Küster desinfiziert den Griff einer Glastür in einer Kirche.
Ein Küster desinfiziert den Griff einer Glastür in einer Kirche.  © dpa/Julian Stratenschulte

Heiligabend-Gottesdienste in Kirchen gibt es auch, allerdings ist die Zahl der Besucherinnen und Besucher begrenzt. Die Menschen müssen Abstand voneinander halten, einen Mund-Nasen-Schutz tragen und dürfen nicht singen.

Einige Gemeinden bieten mehr Gottesdienste als sonst an, manche haben Freiluftveranstaltungen geplant, andere alle Gottesdienste abgesagt, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Das Erste überträgt einen Weihnachtsgottesdienst aus der St.-Marien-Kirche in Winsen an der Luhe im Landkreis Harburg. Motto ist "Wie kommen wir dieses Jahr zur Krippe?". Damit will die Gemeinde auch an die Weisen erinnern, die auf der Suche nach dem neugeborenen Kind waren.

In dem Gottesdienst werden Kinder die Weihnachtserzählung darstellen, Menschen aus der Gemeinde erzählen, mit welchen Gedanken sie in diesem besonderen Jahr zur Krippe kommen.

Titelfoto: dpa/Kirchengemeinde Stuhr/--, dpa/Bischöfliche Pressestelle Hildesheim/--

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