Corona-Mutation B.1.1.7: Klinikum macht seine Häuser dicht und schickt 3300 Mitarbeiter in Quarantäne

Bayreuth - "Die Klinikum Bayreuth GmbH behandelt ab sofort keine elektiven Patientinnen und Patienten mehr." Mit diesen Worten beginnt die Pressemitteilung, die am Dienstag auf der gemeinsamen Internetseite der Kliniken Bayreuth und Hohen Warte veröffentlicht wurde.

Im Klinikum Bayreuth werden ab sofort nur noch dringende Notfälle behandelt.
Im Klinikum Bayreuth werden ab sofort nur noch dringende Notfälle behandelt.  © picture alliance / dpa

"Aufgenommen werden nur noch Patienten mit sogenannten Tracer-Diagnosen und zwingende Notfälle."

Zu den Tracer-Diagnosen gehören Vorfälle wie beispielsweise schwere Schädel-Hirn-Trauma, plötzlicher Kreislaufstillstand, Schlaganfälle oder ähnliche akute Notfälle. Diese werden weiterhin aufgenommen und behandelt.

Alle anderen medizinischen Behandlungen, die verschoben oder an andere Ärzte übergeben werden können - also die einleitend genannten "elektiven" Fälle - werden abgewiesen.

Grund dafür ist die Corona-Mutante B.1.1.7 aus (nach aktuellem Kenntnisstand) Großbritannien, die in dem Klinikum ausgebrochen sein könnte. Nach eigenen Angaben habe man 30 Proben untersucht und bislang elf konkrete Fälle, die auf die Virus-Mutation hinweisen - Stand jetzt.

"Eine abschließende Sequenzierung des Virus wird 10 bis 14 Tage in Anspruch nehmen", heißt es.

Ansteckungsgefahr - je nach Studie - um 50 bis 70 Prozent höher

Elf der 80 Covid-Patienten im Klinikum werden aktuell (Stand: Dienstag) intensiv behandelt. (Symbolbild)
Elf der 80 Covid-Patienten im Klinikum werden aktuell (Stand: Dienstag) intensiv behandelt. (Symbolbild)  © Felix Kästle/dpa

Derzeit seien laut der Mitteilung 99 der mehr als 3300 Mitarbeiter positiv auf Corona getestet: "Sie alle sind in Quarantäne und nicht im Dienst."

Das restliche, im Dienst befindliche Personal darf nur noch ohne öffentliche Verkehrsmittel zur Arbeit kommen und befindet sich außerhalb der Arbeit in vorsorglicher Isolation. "Daneben wurden und werden auch alle Patienten getestet."

Zuletzt hatte die Klinik Ausbrüche auf mehreren Stationen gemeldet. "Diese Entwicklung hält an." Aktuell sei die Lage angespannt aber unter Kontrolle. Derzeit werden 80 Covid-Patienten in dem Krankenhaus behandelt. Elf davon auf der Intensivstation.

Die Mutation B.1.1.7 soll nach allen bisherigen Erkenntnissen im Krankheitsverlauf nicht gefährlicher sein. Das Problem sei, dass diese Variante deutlich ansteckender sein soll.

Die bisherigen Studien variieren noch, wie viel schneller sich das Virus verbreiten soll. Die Ansteckungsgefahr liegt aber nach bisherigen Ergebnissen klar höher - etwa zwischen 50 und 70 Prozent.

Titelfoto: Felix Kästle/dpa

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