Wirtin und ihre Mutter attackieren Polizei wegen Corona-Regeln

Augsburg - Im Streit um Corona-Regeln haben eine Augsburger Wirtin und ihre Mutter Polizisten attackiert - verbal und körperlich. 

Vier Polizisten wurden durch die beiden Frauen verletzt - drei von ihnen waren nach der Attacke dienstunfähig. (Symbolbild)
Vier Polizisten wurden durch die beiden Frauen verletzt - drei von ihnen waren nach der Attacke dienstunfähig. (Symbolbild)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Während des Einsatzes habe sich ein Teil einer Menschenmenge vor dem Lokal mit der Gastwirtin solidarisiert und die Einsatzkräfte bedrängt, hieß es weiter in der Mitteilung der Augsburger Polizei, und: "Sie skandierten lautstark den Namen des Lokals und warfen Plastikbecher auf die Einsatzkräfte."

Die Wirtin und ihre Mutter wurden leicht verletzt: Sie erlitten Atemreizungen wegen des Einsatzes von Pfefferspray. 

Vier Polizeibeamte wurden den Angaben zufolge durch den Widerstand der beiden Frauen durch Schläge, Kratzer und Bisse verletzt. Drei von Ihnen waren nicht mehr dienstfähig. Der Ordnungsdienst der Stadt Augsburg ordnete die Einstellung des Barbetriebs in der Maxstraße an.

Der Vorfall ereignete sich am späten Freitagabend. Der Ordnungsdienst hatte der Mitteilung zufolge in dem Lokal Lärmbelästigung und Verstöße im Rahmen des Ausschankes festgestellt und die Polizei gerufen. Auf die Verstöße hingewiesen, zeigte sich die 30-jährige Lokalbetreiberin demnach uneinsichtig.

Eine Polizistin habe versucht, die Wirtin und ihre anwesende Mutter "hinsichtlich der Verstöße zu sensibilisieren, als plötzlich eine der beiden Frauen unvermittelt der Beamtin ins Gesicht schlug". 

Als sich die Beamtin aus der Lage befreien wollte, ging laut Polizei auch noch die andere Frau körperlich auf sie los. Daraufhin wurden die beiden Frauen von den Einsatzkräften zu Boden gebracht.

Update 9.13 Uhr: Wirtin äußert sich zu Vorwürfen der Polizei

Die Wirtin hat sich nun zu dem Polizei-Einsatz am Freitagabend in Augsburg geäußert. Erst im November habe sie die Bar in der Maxstraße übernommen, wie sie gegenüber "Presse Augsburg" erklärte.

"Ich kann nur sagen, dass ich seit Monaten aufgrund der Coronalage um den Erhalt kämpfe und ich hatte auch nie ein schlechtes Verhältnis zu Beamten. Ich habe in dem Zeitpunkt in keinster Weise die Aggressivität verstanden, auch die Schilderungen der Polizei sind nicht richtig. Ich bin nie in keinster Weise auf einen Beamten losgegangen", so die Wirtin laut dem Bericht. "Ich wurde nach einem sehr aggressiven Gespräch seitens der Polizei plötzlich zu Boden gerissen und hatte Pfefferspray im Gesicht. Trotz alle dem bekomm ich noch einen Faustschlag von einem Beamten. Ich verstehe die Welt nicht."

Das Schlimmste für sie sei, dass sie wie "eine schwer aggressive Verbrecherin dargestellt" werde.

Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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